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MitteilungVeröffentlicht am 25. Mai 2026

Afrika: Wasser, eine unabdingbare Voraussetzung für Entwicklung, Frieden und Stabilität

Anlässlich des Internationalen Afrikatags, der jedes Jahr am 25. Mai gefeiert wird, erinnert die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) an die Bedeutung von Wasser für die menschliche Entwicklung, für Frieden und für Stabilität. Dabei gibt die DEZA auch einen Einblick in ihre Aktivitäten im Sudan, in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und im Tschad und informiert über die von der Schweiz lancierte «Blue Peace»-Initiative im Bereich Wasserdiplomatie.

Drei Männer in blauer Arbeitskleidung helfen bei der Entladung einer Baumaschine über einem Schacht.

«Den Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitärer Grundversorgung und Hygiene wiederherzustellen, ist eine dringende lebenswichtige Massnahme und ein Eckpfeiler zur Krankheitsprävention in Krisensituationen», betont Mirjam Sick, WASH-Expertin bei der WHO im Sudan.

In vielen afrikanischen Ländern ist der Zugang zu Wasser nicht nur in Krisensituationen eine Herausforderung. Im Jahr 2026 hat immer noch mehr als ein Drittel der afrikanischen Bevölkerung keinen Zugang zu grundlegender Trinkwasserversorgung, insbesondere in Subsahara-Afrika. Infolge von Bevölkerungswachstum, rasanter Urbanisierung, Klimawandel und Konflikten wächst der Druck auf die Wasserressourcen. In Ländern, die von langwierigen Konflikten oder Krisen betroffen sind, ist die Infrastruktur geschwächt oder zerstört und die Grundversorgung stark eingeschränkt.

Dies hat erhebliche Folgen für die Bevölkerung: Ausbreitung von Krankheiten, Ernährungsunsicherheit, Verlust der Lebensgrundlagen, Flucht und Vertreibung. In fragilen Regionen wie der Sahelzone oder dem Horn von Afrika verstärkt die Wasserknappheit die Spannungen. Frauen und Mädchen zahlen den höchsten Preis. Sie verbringen Stunden damit, Wasser zu holen, was oft auf Kosten ihrer Ausbildung und wirtschaftlichen Unabhängigkeit geht.

Wasser, das Jahresthema 2026 der Afrikanischen Union, ist eine unabdingbare Voraussetzung für menschliche Entwicklung, Frieden und Stabilität. Der 25. Mai, der Internationale Afrikatag, ist eine Gelegenheit, daran zu erinnern.

Über die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) kann die Schweiz ihre langjährige Erfahrung im Wassermanagement auf mehreren Ebenen einbringen. Von Projekten vor Ort bis hin zu Initiativen in der Wasserdiplomatie (z. B. Blue Peace) unterstützt sie innovative, konkrete und nachhaltige Lösungen zugunsten der Bevölkerung. Dabei stützt sie sich auf schweizerisches und internationales Fachwissen. Nachfolgend einige Beispiele:

Mirjam, kannst du uns erklären, worin deine Arbeit besteht?

Ich arbeite als WASH-Verantwortliche für die WHO im Länderbüro in Port Sudan. Die Themen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sind Teil des Mandats zur Prävention und Kontrolle von Infektionen, da viele Krankheiten wie Cholera mit verunreinigtem Wasser, unzureichenden Sanitärversorgung und ungenügender Hygiene zusammenhängen. Ausserdem können offene Gewässer zu Brutstätten für Mücken werden, die Krankheiten wie Malaria oder Denguefieber übertragen, während eine schlechte Abfallentsorgung die Verbreitung von pathogenen Mikroorganismen fördert.

Meine Arbeit konzentriert sich auf die Überwachung der Wasserqualität, um sauberes Trinkwasser zu gewährleisten, sowie auf WASH-bezogene Themen in Gesundheitseinrichtungen. Ich besuche Wasserstellen und Gesundheitszentren vor Ort, bewerte die Bedingungen, identifiziere Risiken und trage zur Erarbeitung konkreter Lösungen bei. In Zusammenarbeit mit den Gesundheitsministerien und den Kolleginnen und Kollegen der WHO evaluieren wir Wasserversorgungssysteme und sanitäre Einrichtungen und nehmen Proben, die wir im Labor analysieren lassen. Ausserdem unterstütze ich die Erarbeitung von Vorschriften und Verfahren für die Wassersicherheit und die Qualitätsüberwachung.

Eine schwarz gekleidete Frau beschriftet eine Wasserflasche. Neben ihr steht eine Frau mit einem Telefon und Dokumenten in der Hand.

Mit welchen Herausforderungen bist du konfrontiert?

Die grösste Herausforderung ist der enorme Bedarf. Es gibt so viel zu tun, und die Mittel sind begrenzt. Kontrollbesuche der Behörden sind selten, da es an Ressourcen für Personal, Transport, Treibstoff und Mitteln für den grundlegenden Betrieb fehlt. Es wird auch nicht in die Wasserinfrastruktur oder deren Unterhalt investiert. Hinzu kommt, dass die Hygienemassnahmen zu wenig kontrolliert und die Vorschriften nur begrenzt umgesetzt werden.

So haben wir beispielsweise beim Besuch einer Wasserentsalzungsanlage in Port Sudan das Wasser analysiert, das von privaten Betreibern mit staatlichen Lizenzen verkauft wird. Obwohl sie über die notwendige Ausrüstung verfügen (Generatoren, Pumpen, Filter, Chloranlagen usw.), haben wir schlechte Hygienepraktiken beobachtet. Die Bedingungen waren unhygienisch. Es wurden offene, unüberdachte Bohrungen durchgeführt, was eine Kontaminationsgefahr für das Wasser darstellt. Solche Probleme lassen sich eigentlich ohne zusätzliche finanzielle Mittel lösen.

Der massive Zustrom von Vertriebenen hat die Situation verschärft. Der Wasserbedarf ist stark gestiegen und die Wasserknappheit noch grösser geworden. Das ist nicht nur in Port Sudan so, sondern auch in vielen anderen Teilen des Landes. Noch schlimmer ist die Situation in den Lagern. Die Versorgung mit ausreichend Trinkwasser hat oberste Priorität.

Eine Frau in einer blauen Weste mit WHO-Logo betrachtet die Wasseraufbereitungsanlage eines kleinen privaten Wasserversorgers in Port Sudan.

Wie ist die Situation gegenwärtig und wie passt du deine Arbeit an die dringenden Bedürfnisse der Bevölkerung an?

Aktuell besteht ein extrem hohes Risiko für Epidemien durch wasserbedingte Krankheiten, die durch unzureichende Sanitärversorgung und unzureichende Hygiene entstehen. Gestützt auf eine mit dem WHO-Gesundheitsteam durchgeführte Risikoanalyse haben wir Organisationen und Geber um finanzielle Unterstützung gebeten, damit wir die Überwachung der Wasserqualität verstärken und die Verteilung von Chlor zur Wasserdesinfektion an die Haushalte und die Wasserwerke ausbauen können. Der Zeitpunkt ist umso kritischer, als die Regenzeit bevorsteht, wodurch das Risiko einer schnellen Übertragung von Krankheiten, insbesondere von Cholera und Denguefieber, steigt.

Die Institutionen und das technische Personal sind vor Ort und engagiert, aber das Land hat wie bereits gesagt viel zu wenig Mittel, um eine solche Krise zu bewältigen. Vor diesem Hintergrund passen wir unsere Massnahmen zur Unterstützung der Bevölkerung an, damit diese unter extrem schwierigen Bedingungen überleben kann.

Was passiert konkret, wenn in einer Krise kein Zugang zu Wasser und Hygiene besteht?

Die Folgen sind unmittelbar und oft verheerend. Die Menschen sind gezwungen, kontaminierte Wasserquellen wie Oberflächenwasser, verunreinigte Brunnen oder Wasser zu nutzen, das auch Tiere trinken. Ohne sanitäre Einrichtungen gibt es auch keine Abwasserentsorgung, so dass sich Bakterien über Wasser und Lebensmittel schneller verbreiten können. Unzureichende Hygiene, insbesondere die fehlende Möglichkeit, sich die Hände mit Seife zu waschen, beschleunigt die Übertragung von Krankheiten.

Bei beengten Wohnverhältnissen wie in den Vertriebenenlagern sind diese Risiken noch grösser: Eine einzige verseuchte Wasserquelle oder ein Bereich mit Notdurftverrichtung im Freien kann schnell zu Epidemien wie Cholera, schweren Durchfallerkrankungen und Typhus führen. Bei Kindern unter fünf Jahren gehören Durchfallerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen. Durchfall trägt auch zu akuter Mangelernährung bei, wodurch in bereits geschwächten Bevölkerungsgruppen ein potenziell tödlicher Teufelskreis entsteht. Für schwangere Frauen ist unter anderem die im Sudan besonders gefährliche Hepatitis E lebensbedrohlich.

Sanitärversorgung und Hygiene sind für die Prävention daher von entscheidender Bedeutung, zumal das Risiko einer Poliomyelitis (Kinderlähmung) aufgrund der Bevölkerungsbewegungen und der gesunkenen Impfrate besorgniserregend ist. Den Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitärer Grundversorgung und Hygiene wiederherzustellen, ist eine dringende lebenswichtige Massnahme und ein Eckpfeiler zur Krankheitsprävention in Krisensituationen.

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Kontakt

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)
Eichenweg 5
3003 Bern