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MitteilungVeröffentlicht am 23. September 2026

Die Schweiz setzt sich in Somalia mit den lokalen Akteuren für mehr Stabilität ein

Somalia liegt am Horn von Afrika, in einer Region, die von politischer Instabilität, Unsicherheit, Klimaschocks und Zwangsvertreibungen geprägt ist mit negativen Folgen für die Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherheit. Die Schweiz fördert mit ihrem Kooperationsprogramm 2026–2029 die Widerstandsfähigkeit und die Zukunftsperspektiven gefährdeter Bevölkerungsgruppen. Sie unterstützt lokale Akteure und erleichtert den Zugang zu Dienstleistungen, stärkt die sozioökonomische Integration und die Rechte von Binnenvertriebenen und trägt so zur regionalen Stabilität bei.

Frauen mit bunten Kopftüchern sitzen im Kreis um ein traditionelles Regenwassersammelbecken und füllen dort ihre Kanister und Wasserbehälter.

Somalia zählt zu den ärmsten und fragilsten Ländern der Welt. Im Index der menschlichen Entwicklung der UNO belegt das Land Platz 192 von 193. Aufgrund seiner Lage am Horn von Afrika spielt es eine wichtige geostrategische Rolle. Die Region steht vor grossen wirtschaftlichen, humanitären und sicherheitsrelevanten Herausforderungen. Die Folgen der Konflikte und die wiederkehrenden Klimaschocks sind beträchtlich: Von fast 20 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern sind mehr als 4 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Die Krisen, namentlich die politische Instabilität, die Ernährungsunsicherheit und die Zwangsvertreibungen, wirken sich auch auf die Nachbarländer aus. Die Schweiz hat ein strategisches Interesse an einem stabileren Somalia, das besser auf die unterschiedlichen Krisen vorbereitet ist. So kann sie zum Frieden und zur Stabilität in der ganzen Region sowie zur Sicherung der wichtigen Routen für den internationalen Handel beitragen, aber auch den Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen verbessern.

Zwischen Fragilitäten und Perspektiven

Auch wenn die Herausforderungen zahlreich und komplex sind, geben sie allein nicht die ganze Realität des Landes wieder. Mehr als zwei von drei Somalierinnen und Somaliern sind unter 30 Jahre alt. Diese junge Generation birgt ein grosses Potenzial für Innovation, Unternehmertum und den digitalen Wandel. Die zunehmende Nutzung mobiler Technologien, insbesondere für Zahlungen und digitale Dienste, zeugt davon.

Somalias Institutionen sind nach Jahrzehnten der Konflikte und Instabilität erst im Aufbau. Erste, wenn auch fragile Fortschritte zeichnen sich ab: die Einrichtung nationaler und lokaler Institutionen, die Durchführung von Wahlen auf verschiedenen Ebenen und die Verabschiedung einer Verfassung im März 2026.

Die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten sind nach wie vor erheblich und die Gewalt gegen Frauen bleibt hoch. Obwohl Frauen innerhalb der Gemeinschaften eine zentrale Rolle spielen, sind sie im öffentlichen Leben untervertreten. Ihre Teilhabe ist jedoch für den Aufbau einer inklusiven und friedlichen Gesellschaft sowie für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes von entscheidender Bedeutung.

Sowohl Somalias Marktwirtschaft als auch der lokale Privatsektor wachsen. Die Landwirtschaft und die Viehzucht, von denen 80 % der Bevölkerung leben, bieten ein grosses Modernisierungspotenzial. Beide Sektoren sind jedoch starken Umweltrisiken ausgesetzt und auf Investitionen angewiesen.

Drei junge Männer in blauen Overalls lehnen an eine Werkbank, auf der mehrere Werkzeuge liegen.

Mit lokalen Akteuren nachhaltige Veränderungen fördern

Mehrere Frauen mit Kindern stehen bei einem Steinbrunnen mit einem Dach, das Schatten spendet. Vor der Wasserstelle stehen orangefarbene Kanister.
Das Kooperationsprogramm 2026–2029 konzentriert sich auf Somalia, umfasst jedoch auch die angrenzenden Regionen Kenias und Äthiopiens. Es gliedert sich in drei Schwerpunktbereiche: Frieden und Gouvernanz, menschliche Entwicklung sowie eine inklusive und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.

Es unterstützt insbesondere lokale Dialogplattformen,den Einbezug marginalisierter Gruppen, die Entwicklung des Privatsektors und die Finanzierung von KMU. Zudem fördert es eine nachhaltige Weidewirtschaft und Tierhaltung (nomadische Viehwirtschaft) sowie den Zugang zu sauberer Energie.

Die Schweiz leistet in Somalia auch humanitäre Nothilfe und fördert langfristig die sozioökonomische Entwicklung sowie den sozialen Zusammenhalt. Sie investiert in einen besseren Zugang zur Grundversorgung, namentlich in den Bereichen Wasser und Gesundheit von Müttern und Kindern. Zudem stärkt sie den Schutz und die Integration von Binnenvertriebenen. Besonderes Augenmerk wird auf die Teilhabe und die Stärkung der Eigenverantwortung von Frauen gelegt. Die Schweiz hat 177 von Frauen geführte Unternehmen in Konfliktgebieten unterstützt. Dadurch konnten sie ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit stärken und andere junge Frauen dazu inspirieren, eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu übernehmen.

Für eine erfolgreiche Umsetzung ihres Programms arbeitet die Schweiz vermehrt mit lokalen Partnern zusammen und stärkt deren Kapazitäten. Sie achtet darauf, dass ihre Aktivitäten nachhaltig sind und dass die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen, namentlich die Binnenvertriebenen, bessere Perspektiven erhalten.

Ihr Engagement hat auch regionale Bedeutung: Ein stabileres und krisenresistenteres Somalia trägt zur Stabilität am Horn von Afrika bei.

Welche Wirkung hat die Hilfe der Schweiz am Horn von Afrika?

Einige Ergebnisse der von der Schweiz im Rahmen des Kooperationsprogramms 2022–2025 Horn von Afrika (Somalia, Äthiopien, Kenia) (mit-)finanzierten Projekte:

Gesundheit

  • Über 270 000 Menschen (56 % Frauen) profitierten 2025 von einem besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung.
  • 8100 Geburten wurden 2025 in Somalia von qualifiziertem Gesundheitspersonal betreut.
  • Ein grenzüberschreitendes Überwachungs- und Reaktionssystem ermöglicht eine bessere Erkennung von Krankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden.

Ernährungssicherheit

  • Rund 220’000 Menschen (42 % Frauen) haben von Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel profitiert.
  • Mehr als 3800 Kleinbauernbetriebe und Viehzüchter haben in Somalia und Äthiopien einen besseren Zugang zu Wasser und Bewässerung erhalten.
  • Mehr als 4600 Kleinbauernbetriebe konnten ihre Einkommen erhöhen, darunter fast 50 % Frauen.

Migration und Schutz

  • 1,8 Millionen Binnenvertriebene und Flüchtlinge profitierten von Schutzmassnahmen.
  • In den Flüchtlingslagern in Kenia wurden über 950 Arbeitsplätze geschaffen. Zudem konnten Kofinanzierungen aus dem Privatsektor in Höhe von 7,8 Millionen US-Dollar mobilisiert werden.
  • Über 50 000 Landtitel wurden an Binnenvertriebene ausgestellt, darunter 50 % Frauen, mit positiven Auswirkungen auf deren sozioökonomische Integration.

Frieden und lokale Gouvernanz

  • In Somalia wurde mit Fachwissen der Universität Freiburg ein System des Steuerföderalismus eingeführt.
  • Die Schweiz hat rund 300 Bürgerplattformen und Initiativen der Zivilgesellschaft unterstützt, die zur Konfliktprävention und -minderung sowie zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts beitragen.
  • 177 von Frauen geführte KMU erhielten Mikrokredite in von Al-Shabaab zurückeroberten Gebieten.
  • Bei den ersten direkten Kommunalwahlen im somalischen Bundesstaat Puntland lag der Frauenanteil bei 50 %. 27 % der Gewählten waren Frauen.

Somalia

Kontakt

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)
Eichenweg 5
3003 Bern