Zum Hauptinhalt springen

MitteilungVeröffentlicht am 26. November 2024

«Ein grosser Entwicklungsschritt»

DEZA-Direktorin Patricia Danzi hat auf ihrer Dienstreise in die Mekong-Region die Kantha Bopha-Kinderspitäler besucht. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit hat den Aufbau der Kliniken seit den frühen 1990er Jahren unterstützt. Heute sind sie ein essentieller Teil des kambodschanischen Gesundheitssystems.

DEZA-Direktorin Patrizia Danzi auf Visite im Kantha Bopha Spital in Siem Reap, Kambodscha.

Jeden Tag werden in den Kantha Bopha-Spitälern rund 3000 kranke Kinder und Jugendliche medizinisch betreut. Die Behandlungen sind kostenlos. Die Spitäler – initiiert vom verstorbenen Zürcher Kinderarzt Beat Richner und aufgebaut mit Unterstützung der Schweiz – sind eine Erfolgsgeschichte der Zusammenarbeit. Seit ihrer Gründung wurden hier schon mehr als 22 Millionen Patientinnen und Patienten behandelt. Und so liess es sich DEZA-Direktorin Patricia Danzi nicht nehmen, auf ihrer Dienstreise in der Mekong-Region, dem Spital in Siem Reap einen Besuch abzustatten.

Die Spitäler hätten die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung und insbesondere jene der Kinder in den vergangenen 30 Jahren massgeblich verbessert und neue Standards gesetzt, sagte Danzi anlässlich ihrer Visite. «Sie bieten hochwertige Gesundheitsleistungen an und sind ein Modell für eine gut funktionierende Gesundheitsinfrastruktur in einem der ärmeren Länder Asiens.»

Die Kantha Bopha-Spitäler versorgen aktuell mehr als 85 Prozent aller kranken und verletzten Kinder des Landes und geben 2600 Kambodschanerinnen und Kambodschanern eine Arbeit. Sie werden heute als öffentliche Universitätsspitäler betrieben und sind ein essentieller Teil des kambodschanischen Gesundheitssystems. «Das ist ein grosser Entwicklungsschritt», so Patricia Danzi.

Das Krankenversicherungssystem aufbauen

Wirtschaft und Lebensstandard in Kambodscha haben sich in den vergangenen drei Dekaden ebenfalls zum Positiven entwickelt. Die Kantha Bopha-Spitäler haben sich in dieser Zeit eine solide Finanzierungsbasis aufgebaut. Der Beitrag der DEZA ist parallel dazu auf weniger als 10 Prozent des Gesamtbudgets der Krankenhäuser gesunken. «Der finanzielle Beitrag der DEZA war immer wichtig, weil die starke Unterstützung seitens der Eidgenossenschaft sowohl bei den Spenderinnen und Spendern in der Schweiz als auch bei den kambodschanischen Behörden eine starke positive Signalwirkung hat», sagte dazu Dr. Philip Robinson, Präsident des Siftungsrates der Kinderspitäler.

Aktuell läuft die letzte Phase der Zusammenarbeit. Bis 2027 soll die finanzielle Kernunterstützung durch die Eidgenossenschaft schrittweise auslaufen. Bis dahin arbeitet die DEZA eng mit der Stiftung zusammen, um die langfristige finanzielle Tragfähigkeit der Kantha Bopha-Spitäler weiter zu stärken.

Voneinander lernen – miteinander kooperieren

Die Kantha Bopha-Kliniken sind Universitätsspitäler und somit anerkannte Stätten der Ausbildung für kambodschanische Ärztinnen und Ärzte. Die medizinische Qualität und der hohe Ausbildungsstandard fussen unter anderem auf der engen Zusammenarbeit mit dem Kinderspital Zürich und weiteren Schweizer Spitälern. Regelmässig reisen renommierte Professoren, Chefärzte und Pflegefachleute nach Kambodscha, um ihre Kolleginnen und Kollegen aus- und weiterzubilden.

Seit diesem Jahr geht der der Wissenstransfer indes auch in die entgegengesetzte Richtung: Schweizer Studierende haben erstmals die Möglichkeit, im Rahmen des Wahlstudienjahres zwei Monate in der Geburtshilfe und Pädiatrie sowie in der Kinderchirurgie von Siem Reap mitzuwirken. Rachel Puthukara und Jan Reich sind die ersten Teilnehmenden dieses Programms:

«Einen Unterschied machen»

Rachel Puthukara, 25, aus Adliswil ZH
«Während meiner Kindheit in Indien habe ich den Ärztemangel hautnah miterlebt und gesehen, welche Auswirkungen dieser auf die Bevölkerung hat. Dies weckte in mir den Wunsch, einen Beitrag zu leisten und Menschen in Not zu unterstützen. Es motiviert mich, durch meine Arbeit das Leben anderer positiv zu beeinflussen und einen Unterschied zu machen. Der Einsatz in Kambodscha ist eine einzigartige Erfahrung, die mir nicht nur einen tiefen Einblick in die Medizin einer anderen Kultur ermöglicht, sondern mich auch praktisch enorm bereichert. Ich sammle hier wertvolle Erfahrungen, die mich nicht nur fachlich weiterbringen, sondern auch meinen persönlichen Horizont erweitern.»

«Können hier einiges lernen»

Jan Reich, 25, aus Uerikon ZH
«Wir machen hier ein Praktikum im besten Sinne des Wortes. Durch die Bereitschaft der Ärzte ihr Wissen weiterzugeben, dürfen wir hier schnell mit anpacken. Einfach nur beobachten, das geht hier nicht. Zu sehen, dass meine Arbeit das Leben anderer positiv beeinflusst und ich einen Unterschied machen kann, ist sehr motivierend. Dabei ist die Dankbarkeit, sowohl vom Personal als auch von den Patienten, beeindruckend. Und das steckt einen an. Ich habe das Gefühl, hier könnten wir als Schweizer Bevölkerung einiges lernen.»

Kontakt

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)
Eichenweg 5
3003 Bern