Ein Jahr in Kabul: Die Schweiz verstärkt ihre humanitäre Präsenz
Das humanitäre Büro der Schweiz in Kabul ist seit einem Jahr operativ. Zeit für eine erste Bilanz: Durch die Wiedereröffnung der humanitären Präsenz vor Ort hat die Schweiz ihr Engagement in einem der komplexesten Krisenkontexte der Welt verstärkt. Angesichts zunehmender Bedürfnisse, eingeschränkter Frauenrechte und grosser Rückkehrbewegungen bleibt die Schweiz eine verlässliche Partnerin für die afghanische Bevölkerung.
Die humanitäre Situation in Afghanistan ist durch strukturelle und systemische Herausforderungen geprägt. Dazu gehören fehlende Basisdienstleistungen, eine angespannte Wirtschaftslage und wiederkehrende Klima- und Naturereignisse wie Überschwemmungen, langanhaltende Dürren, sowie anhaltende Instabilität der Sicherheit und grenzüberschreitende militärische Spannungen.
Im Jahr 2026 werden in Afghanistan schätzungsweise 22,9 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sein.
Nach der Schliessung im Jahr 2021 hat die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ihr humanitäres Büro in Kabul im März 2025 wiedereröffnet. Die Schweiz war auch in der Zeit nach 2021 in Afghanistan tätig, führte ihr Programm fort und koordinierte die Aktivitäten von der Schweizer Vertretung in Islamabad aus. Seit der Wiedereröffnung des Büros in Kabul hat die Schweiz vor dem Hintergrund einer anhaltenden humanitären Krise, starker Einschränkungen der Rechte von Frauen und Mädchen und der massiven Rückkehr von Afghaninnen und Afghanen aus den Nachbarländern ihre operative Präsenz verstärkt, ihre Programme an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst und ihre Kapazitäten zur Koordination mit der internationalen Gemeinschaft, den Durchführungspartnern und den lokalen Gemeinschaften ausgebaut. «Unsere Präsenz in Kabul ermöglicht es uns, nahe bei der Bevölkerung zu sein, unsere Partner wirksamer zu unterstützen und die humanitären Prinzipien auch in einem äusserst schwierigen Umfeld zu wahren», sagt Eric Marclay, Chef des humanitären Büros der Schweiz in Kabul.
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