Erinnerungen an das Erdbeben im 2015 und den Weg der Erholung von Nepal
Vor 10 Jahren erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7.8 Nepal und forderte fast 9000 Menschenleben. Der ehemalige Arbeitsmigrant Dilli Gubaju musste zusehen, wie das schwere Erdbeben am 25. April 2015 sein Haus komplett zerstörte. So ging es auch 5 Millionen anderen Nepalesinnen und Nepalesen, die humanitäre Lage war dramatisch. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) der Schweiz unterstützte durch sofortige Reaktion vor Ort auf diese Katastrophe und setzt sich bis heute für den langfristigen Wiederaufbau des Landes ein.

Die Erde bebt in Nepal: Die DEZA leistet Soforthilfe
Direkt nach dem Erdbeben stellte die DEZA humanitäre Hilfe bereit und entsandte schon am drauffolgenden Tag sieben Expertinnen und Experten nach Nepal. Über 200 Tonnen Hilfsgüter wurden verteilt, die über 40'000 Familien zugutekamen. Ein Grossteil davon waren Shelter-Kits mit Blachen, Schnur und Holz für Notunterstände sowie Kits mit Hammer und Schaufel, um in den Trümmern nach dem wichtigsten Hab und Gut zu suchen. Dies war nebst der medizinischen Versorgung von Müttern und Kindern eine Priorität der DEZA. Das Mother and Child Modul wurde im Spital in Gorkha integriert und ermöglichte so die Weiterführung der alltäglichen medizinischen Praktiken wie zum Beispiel Geburten.
Die schnelle Reaktion war entscheidend, um erste lebenswichtige Bedürfnisse wie provisorische Unterkünfte und Basisgesundheit zu decken und das Überleben der betroffenen Bevölkerung zu sichern. Die humanitäre Hilfe reagierte rasch in der Gegend des Epizentrums bei Gorkha, während die Schweizerische Botschaft in der weiteren Region Soforthilfe leistete, insbesondere dort, wo ihre Projekte präsent waren. Durch die enge Zusammenarbeit konnte die Hilfe effizient verteilt und an die dringendsten Bedürfnisse angepasst werden. Während der 40-tägigen Nothilfephase waren insgesamt 70 Spezialisten das Schweizerische Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) im Einsatz.

Die DEZA unterstützt langfristig
Doch die Schweiz blieb nicht nur in der Akutphase aktiv. In einer zweiten Phase unterstützt die DEZA durch mittel- und langfristige Wiederaufbauprogramme mit 25 Millionen Franken. Dass die Schweiz in Nepal über lange Jahre präsent war, kam dem Wiederaufbau zugute. Über die Jahre hinweg unterstützte die DEZA-Projekte, die die Infrastruktur verbesserten, Häuser erdbebensicherer machten und die Katastrophenvorsorge förderten. Ein zentraler Fokus lag auf dem Wiederaufbau von Schulen, Gesundheitseinrichtungen und wichtigen Infrastruktureinrichtungen und Kulturdenkmälern. Zudem wurden lokale Behörden in der Katastrophenprävention und -bewältigung geschult, um Nepal langfristig besser auf mögliche künftige Katastrophen vorzubereiten.
Nach dem verheerenden Erdbeben 2015 hat sich gezeigt, wie wertvoll eine langfristige Partnerschaft ist. Die Schweiz konnte ihre lokalen Netzwerke und Entwicklungsprojekte gezielt mit dem Fachwissen ihrer Humanitären Hilfe verbinden. So leisteten wir einen konkreten Beitrag zum Wiederaufbau – etwa durch die Ausbildung lokaler Fachkräfte und die Förderung erdbebensicherer Bauweisen.

Die Schweizer Kooperation in Nepal hat drei zentrale Entwicklungsschwerpunkte momentan. Erstens die Unterstützung der Regierung zur Umsetzung der neuen Verfassung, die auf einem föderalen Gouvernanzsystem beruht. Zweitens die wirtschaftliche Entwicklung im Allgemeinen, insbesondere die Entwicklung des Privatsektor durch kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) und die Berufsbildung. Drittens steht Nepal vor grossen Herausforderungen in Bezug auf Arbeitsmigration. Soziale Gerechtigkeit und Integration, Gender Inklusion sowie die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel werden als zentrale Querschnittsthemen in allen Aktivitäten miteinbezogen.
Die Schweiz konnte nach dem Erdbeben 2015 ihre langjährige Erfahrung in Nepal mit dem technischen Know-how der Humanitären Hilfe wirkungsvoll verbinden. Dank unserer starken lokalen Präsenz und bestehender Projekte gelang es, den Wiederaufbau effizient und wirkungsorientiert zu unterstützen. Der Aufbau lokaler Kapazitäten für den erdbebensicheren Wiederaufbau ist dabei ein nachhaltiger Beitrag, auf den wir stolz sein dürfen.
Ein Erdbeben erschüttert Myanmar, 28. März 2025
Das jüngste Erdbeben in Myanmar am 28. März 2025 erinnert uns daran, wie wichtig schnelle und koordinierte Hilfe bei Naturkatastrophen ist. Die Erfahrung aus Nepal zeigt, dass akute Katastrophenhilfe und nachhaltige Entwicklungsarbeit Hand in Hand gehen müssen. Die Schweizerische Botschaft in Myanmar ist auf Grund des langjährig schwelenden Konflikts krisenerprobt und die humanitäre Hilfe der Schweiz schnell einsatzbereit.
Das EDA stellt weitere Mittel für die Humanitäre Hilfe in Myanmar zur Verfügung
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