Fördern und Fordern in der Zusammenarbeit – Entschädigt wird nur, was Impact hat
Wie lässt sich die Wirkung von Entwicklungsgeldern weiter steigern? Zum Beispiel durch Impact-Linked Finance (ILF). Das Prinzip dieses innovativen Finanzierungsmodells ist einfach: Nur Projekte, die zusätzlichen sozialen oder klimarelevanten Nutzen schaffen und zugleich private Investitionen anziehen, erhalten finanzielle Unterstützung. Wie ILF wirkt, zeigt ein Besuch bei zwei Sozialunternehmen in Bangladesch.

Prekäre Löhne in der Textilindustrie und unsichere Erträge in der Landwirtschaft prägen den Alltag von Millionen Menschen in Bangladesch. Zwei Sozialunternehmen zeigen, wie unternehmerische Innovationen diese sozialen Herausforderungen konkret angehen können: Das Unternehmen Apon verbessert die Lebensbedingungen von Textilarbeiterinnen direkt am Arbeitsplatz, das Start-up Aunkur stärkt Kleinbäuerinnen und -bauern mit innovativer Technologie. Beide Beispiele verdeutlichen, wie wirkungsorientierte Finanzierung in der Entwicklungszusammenarbeit sozialen Mehrwert schafft.
Weg von Zuschüssen, hin zu Investionen
Impact-Linked Finance (ILF) ist ein innovatives Finanzierungsmodell in der Entwicklungszusammenarbeit. Es folgt stets dem gleichen Grundprinzip: Kleine und mittlere Unternehmen, die bereit sind, zusätzliche Wirkung zu schaffen, definieren gemeinsam Wirkungsziele – etwa im sozialen oder ökologischen Bereich. Diese müssen sie innerhalb eines festgelegten Zeitraums erreichen.
Das ILF-Geld wird in der Folge schrittweise ausbezahlt. Dabei ist jede Auszahlung an die Bedingung geknüpft, dass die vereinbarten Ziele tatsächlich erreicht werden.
Parallel dazu müssen die Unternehmen zusätzliche Mittel von privaten Investoren generieren. Diese ermöglichen es ihnen, zu investieren und zu wachsen. Dabei gilt: Die privaten Investitionen müssen mindestens doppelt so hoch sein wie das ILF-Geld. Wichtig ist zudem, dass diese Mittel aus kommerziellen Quellen stammen und nicht aus öffentlichen Hilfsgeldern. Werden die vereinbarten Ziele oder Investitionen nicht (voll) erreicht, fliesst kein oder weniger ILF-Geld. Sämtliche Bedingungen sind vertraglich festgelegt und werden konsequent kontrolliert. So stellt ILF sicher, dass finanzielle Unterstützung direkt an messbare zusätzliche Wirkung gebunden ist und gleichzeitig private Investitionen mobilisiert werden. Je grösser die nachweisbare Wirkung, desto grösser die finanzielle Belohnung.
Bangladesch im Wandel: Die Schweiz begleitet den Übergang
Mit dem Kooperationsprogramm 2026–2028 begleitet die Schweiz Bangladesch in einer entscheidenden Phase: dem Übergang vom Entwicklungsland zur aufstrebenden Volkswirtschaft – und dem schrittweisen Abschluss der bilateralen Zusammenarbeit.
Bangladesch hat in den letzten Jahrzehnten bemerkenswerte Fortschritte erzielt – wirtschaftlich wie sozial. Gleichzeitig steht das Land vor grossen Herausforderungen: politische Spannungen, steigende Armut, Klimarisiken und die anhaltende Rohingya-Krise prägen die Situation von über 175 Millionen Menschen.
Hier setzt das neue Kooperationsprogramm der Schweiz für 2026–2028 an. Es bildet die letzte Phase einer über 50-jährigen Partnerschaft und legt den Fokus auf einen verantwortungsvollen Übergang. Mit einem Budget von 43,5 Millionen Franken unterstützt die Schweiz gezielt Bereiche, in denen sie besondere Expertise einbringt: Klimaanpassung, nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung sowie den Umgang mit Migration und Vertreibung.
Die Schweiz kann dabei auf konkrete Erfolge aufbauen: Sie hat demokratische Prozesse gestärkt, lokale Mitsprache gefördert und innovative Finanzierungsmodelle entwickelt, die Investitionen in nachhaltige Projekte ermöglichen. Auch in der humanitären Hilfe bleibt sie eine verlässliche Partnerin – etwa in der Unterstützung von Rohingya-Flüchtlingen und betroffenen Aufnahmegemeinden.
Im Zentrum des neuen Programms steht die Übergabe von Verantwortung an lokale Akteure. Erfolgreiche Ansätze sollen konsolidiert und langfristig verankert werden. Das Programm versteht sich damit als Brücke: Es sichert erzielte Fortschritte und schafft die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung über das Ende der bilateralen Zusammenarbeit hinaus.
Die Schweiz bleibt mit der Botschaft in Dhaka diplomatisch langfristig engagiert, und die humanitären Aktionen zugunsten der Rohingya-Flüchtlinge laufen so lange wie notwendig weiter.
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