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MitteilungVeröffentlicht am 11. November 2025

Klimafinanzierung: Wichtiger Hebel zur Eindämmung des Klimawandels

An der diesjährigen Weltklimakonferenz in Belém (COP30) wird die internationale Klimafinanzierung erneut im Fokus stehen. Sie ist ein entscheidender Hebel, um die globale Erwärmung einzudämmen und damit die 1,5-Grad-Ziel in Reichweite zu halten, und Länder zu unterstützen, die am stärksten unter den Folgen der Erderhitzung leiden. Mit der internationalen Klimafinanzierung unterstützt die Schweiz die Umsetzung des Pariser Übereinkommens - die internationale Zusammenarbeit spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Symbolbild mit Münzen, die auf ausgetrockneter Erde liegen.

Die Conference of the Parties (COP) ist die jährlich stattfindende Weltklimakonferenz der UNO, bei der sich die Staaten des UN-Rahmenabkommens zur Klimaerwärmung versammeln. Dieses Jahr findet die COP30 vom 10. bis 21. November in Belém, Brasilien, statt und bringt Vertreterinnen von Regierungen, der Wissenschaft, der Privatwirtschaft sowie der Zivilgesellschaft zusammen. Die Vertragsstaaten werden über weiterführende Ziele und Massnahmen für den Klimaschutz verhandeln. Auch die Schweiz wird mit einer Delegation unter der Führung des Bundesamts für Umwelt BAFU und Vertretern weiterer Bundesämter an den Verhandlungen teilnehmen - darunter die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA.

An den jährlich stattfindenden Verhandlungen haben sich die Vertragsstaaten angesichts der fortschreitenden Klimaerwärmung nicht nur auf die Dringlichkeit zum Handeln geeinigt, sondern auch auf konkrete Ziele, Standards und Mechanismen. 2015 wurde im Rahmen des Übereinkommens von Paris (COP21) das 1,5 Grad Celsius Ziel gesetzt. Das Pariser Übereinkommen verpflichtet dafür alle Staaten, ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Dazu müssen sie ihre nationalen Klimaziele («Nationally Determined Contribution», NDC) alle fünf Jahre verschärfen, entsprechende Massnahmen umsetzen und regelmässig über die Fortschritte berichten.

Menschen halten sich gegenseitig die Hände in die Höhe.

Aktuell sind die Vertragsstaaten aufgefordert, neue oder aktualisierte NDCs vorzulegen, um ihre Ambitionen im Hinblick auf das 1,5-Grad-Ziel zu verstärken. Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass alle Staaten – insbesondere grosse Emittenten – neue, ambitionierte Klimaziele einreichen. Sie fordert zudem, dass diese Ziele konkret und überprüfbar sind und zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels beitragen.

Finanzierung für das 1,5-Grad-Ziel

In vielen Staaten, insbesondere den grossen Emittenten und in Produzenten von fossilen Energien, fehlt der politische Wille für eine erhöhte Ambition. Viele Länder stehen zudem bei der Umsetzung ihrer Klimaziele vor grossen Herausforderungen. Die Mittel, die zur Umsetzung der nationalen Klimaziele, die im Rahmen der NDCs definiert werden, sind begrenzt und die politischen Rahmenbedingungen und Massnahmen zur Erreichung der Ziele noch nicht etabliert. Länder, die am stärksten unter den Folgen des Klimawandels leiden, sind besonders betroffen, wenn das 1,5-Grad-Ziel verfehlt wird. Ernteausfälle wegen Dürren, Erdrutsche und Überschwemmungen durch Starkniederschläge, und Waldbrände durch Trockenperioden fungieren als Antreiber von Armut, Hunger, Konflikten und Fluchtbewegungen und erschweren somit die Entwicklung der Länder.

Deshalb unterstützen fortgeschrittene Volkswirtschaften Entwicklungs- und Schwellenländer bei der Umsetzung ihrer Klimaziele und Erhöhung ihrer Anpassungsfähigkeit. An der letztjährigen Weltklimakonferenz in Baku (COP29) einigten sich die Vertragsstaaten auf eine Verdreifachung des jährlichen Finanzierungszieles von bisher 100 Milliarden US-Dollar auf 300 Milliarden US-Dollar bis 2035 für die Eindämmung und die Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern zu mobilisieren. Dieses neue Ziel ist Teil des sogenannten „New Collective Quantified Goal on Climate Finance (NCQG)”, mit dem die internationale Gemeinschaft die Umsetzung des 1,5-Grad-Ziels bis 2050 vorantreiben will. Zudem sind alle Staaten und nicht-staatlichen Akteure dazu aufgerufen bis 2035 Investitionen im Umfang von 1,3 Billionen US-Dollar für Klimamassnahmen in Entwicklungsländern zu ermöglichen.

Menschen in einem grossen Saal schauen auf einen blau leuchtenden Bildschirm.

Die Schweiz trägt dieses Finanzierungsziel mit und vertritt in den Verhandlungen den Standpunkt, dass die Basis der Geberländer erweitert werden soll – insbesondere durch den Einbezug wirtschaftlich leistungsfähigerer Staaten mit hohen Emissionen, und dass zudem mehr private Mittel mobilisiert werden müssen. Öffentliche Gelder allein werden nicht ausreichen, um das NCQG und die Ziele bis 2050 zu erreichen. Investitionen in den Klimaschutz kosten ein Vielfaches weniger als die Bekämpfung der Folgen, und die Mittel dafür müssen möglichst breit mobilisiert werden. Auch wenn Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel umgesetzt werden müssen, so sollte der Prävention der Klimaerwärmung Priorität eingeräumt werden.

Der Bundesrat hat 2017 den angemessenen Anteil der Schweiz am bisherigen 100 Milliarden US-Dollar Ziel basierend auf dem Schweizer Anteil an den globalen Emissionen und ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auf 450-600 Millionen Schweizer Franken festgelegt. Der Grossteil der bisherigen Schweizer Klimafinanzierung, über 360 Millionen Schweizer Franken, stammt aus dem Budget der bilateralen und multilateralen Zusammenarbeit der DEZA.

Internationale Zusammenarbeit: Für Klima und Entwicklung

Neben ihren eigenen nationalen Massnahmen zur Emissionsreduktion trägt die Schweiz mit ihrer Klimafinanzierung dazu bei, die globalen Klimaziele zu erreichen. Die Internationale Zusammenarbeit der Schweiz sorgt dafür, dass nachhaltige Projekte in Entwicklungsländern umgesetzt werden und die Menschen vor Ort davon profitieren. So können die vom Klimawandel am stärksten betroffenen Gemeinschaften und Länder effektiv unterstützt und ein Beitrag geleistet werden, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu beschränken.

Mit der internationalen Klimafinanzierung werden Massnahmen zur Emissionsreduzierung und zur Anpassung an die Folgen des fortschreitenden Klimawandels umgesetzt. Die DEZA unterstützt beide Ansätze, mit einem Schwerpunkt auf Anpassungsprogramme. Klima und Umwelt ist eines der vier strategischen Ziele der Schweizer Strategie der internationalen Zusammenarbeit 2025-2028. Die DEZA und das Staatsekretariat für Wirtschaft SECO unterstützen bilaterale Entwicklungsprojekte und arbeiten mit multilateralen Partnerorganisationen und Fonds wie etwa dem Green Climate Fund (GCF) und multilateralen Entwicklungsbanken zusammen.

COP30 in Belém

Multilaterale Foren wie die COP sind wichtig, damit die Regierungsvertreter, Wissenschaftlerinnen, die Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenkommen, verhandeln und sich auf umsetzbare Ziele für die Reduktion von Treibhausgasemissionen einigen. Hauptthemen werden die neuen NDC der Vertragsstaaten bis zum Jahr 2035 sein. Die Schweiz setzt sich ihrerseits dafür ein, dass alle Vertragsstaaten ambitionierte Klimaziele für 2035 vorlegen, die mit dem 1,5-Grad-Celsius-Ziel kompatibel sind. Die Schweiz hat ihr neues, verstärktes Klimaziel im Januar 2025 eingereicht. Ebenso engagiert sie sich für die Stärkung von privaten Investitionen im Klimabereich sowie die Erhöhung der Wirksamkeit der internationalen Zusammenarbeit für Klimaschutzmassnahmen.

Die Stärkung von multilateralen Mechanismen und regelbasierten Systemen liegen im Interesse der Schweiz. Die globale Erderwärmung kann nur durch gemeinsame Anstrengungen vermindert werden, mit Alleingängen lassen sich die Herausforderungen des Klimawandels nicht lösen – wir alle sind von dessen Folgen betroffen. Die DEZA und ihre Partnerorganisationen tragen ihren Teil dazu bei, damit das globale 1,5 Grad Celsius Ziel in Reichweite bleibt.

Kontakt

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)
Eichenweg 5
3003 Bern