Mosambik
Mit ihrem Kooperationsprogramm 2026–2029 unterstützt die Schweiz eine inklusive Entwicklung im Norden Mosambiks. Der Fokus des Schweizer Engagements liegt auf Gouvernanz und Frieden, inklusiver und grüner lokaler Wirtschaftsentwicklung sowie Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften und lokalen Behörden gegenüber dem Klimawandel. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Frauen, junge Menschen und vulnerable Bevölkerungsgruppen gelegt.

Kontext Mosambik
Mosambik ist mit hoher Armut und anhaltenden Ungleichheiten konfrontiert. Viele Menschen haben nur beschränkten Zugang zu Beschäftigung und Grundversorgung wie Wasser, Strom und sozialem Schutz. Aufgrund einer jungen und rasch wachsenden Bevölkerung stehen Infrastruktur und Dienstleistungsangebot unter Druck, wobei gleichzeitig ein erhebliches Entwicklungspotenzial besteht. Das Land leidet weiterhin unter politischer Instabilität, dem Konflikt in der Provinz Cabo Delgado und Gouvernanzdefiziten. Wirbelstürme und Dürreperioden verschlechtern die Lage der Menschen zusätzlich. Im Zentrum des Schweizer Kooperationsprogramms 2026–2029 steht der Norden Mosambiks, namentlich die Provinzen Nampula, Niassa und Cabo Delgado. Das Programm soll ein inklusives Wachstum fördern, die lokale Gouvernanz stärken, wirtschaftliche Perspektiven schaffen und die Resilienz gegenüber Schocks erhöhen.
Gouvernanz und Frieden
Auf kommunaler Ebene konzentriert sich das Schweizer Engagement auf die lokale Gouvernanz, die Verwaltung der öffentlichen Finanzen und die Bereitstellung grundlegender Dienstleistungen. Die Massnahmen bezwecken unter anderem eine höhere Ressourcenmobilisierung, eine effizientere Planung, einen transparenteren Einsatz öffentlicher Mittel sowie die Sanierung von Schulen, Gesundheitszentren und Wasserinfrastruktur. Ausserdem fördert die Schweiz die Zusammenarbeit zwischen den lokalen Behörden, der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor, so dass die Bevölkerung aktiv an Entscheidungsprozessen teilnehmen und die staatlichen Institutionen zur Rechenschaft ziehen kann. In der Provinz Cabo Delgado setzt sie sich für den Politikdialog ein und unterstützt Friedensinitiativen, die Vertrauen schaffen, Spannungen abbauen und die Auswirkungen von Gewalt auf die Zivilbevölkerung reduzieren helfen.
Inklusive und grüne lokale Wirtschaftsentwicklung
Die Schweiz fördert in Mosambik eine inklusive und grüne lokale Wirtschaftsentwicklung mit besonderem Augenmerk auf Frauen und junge Menschen. Sie stärkt die Marktsysteme und fördert umweltfreundliche Wertschöpfungsketten, zum Beispiel durch organische Dünger, dürreresistente Nutzpflanzen und Schulungen im Bereich der erneuerbaren Energien. Das Programm umfasst auch die Förderung lokaler Unternehmen, Berufsbildungsangebote und den Zugang zu Finanzmitteln. In Zusammenarbeit mit dem Privatsektor und den lokalen Behörden sollen die Beschäftigungsbedingungen und Investitionsmöglichkeiten verbessert und die wirtschaftlichen Perspektiven der lokalen Gemeinschaften gestärkt werden, so dass nachhaltiges lokales Wachstum entsteht.
Resiliente Gemeinschaften und lokale Behörden
In den Zielgebieten im Norden Mosambiks unterstützt die Schweiz die lokalen Gemeinschaften und Behörden bei der Vorbereitung auf klimabedingte Gesundheits- und Sicherheitsrisken. Dazu gehören die Stärkung der Katastrophenvorsorge, Präventionsmassnahmen und an die lokalen Verhältnisse angepasste Lösungen zur Verringerung der Vulnerabilität. Frauen, junge Menschen und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen werden aufgefordert, sich an der Identifizierung von Risiken und der Erarbeitung von Massnahmen zur Steigerung der Widerstandsfähigkeit zu beteiligen. Bei Naturkatastrophen unterstützt die Schweiz die betroffenen Gemeinschaften in den Bereichen Nahrungsmittel, Unterkünfte, Schutz und Grundversorgung. Das Programm kombiniert Vorsorge und Krisenbewältigung und will so die Kapazitäten der lokalen Akteure im Umgang mit und bei der Erholung von Klimaschocks stärken.
Das Programm der Schweiz integriert in allen Bereichen die Themen Geschlechtergleichstellung, Klima, ökologische Nachhaltigkeit und gute Regierungsführung mit besonderem Fokus auf die Teilhabe von Frauen sowie auf transparente und rechenschaftspflichtige Institutionen.
Ansatz und wichtigste Partner
Die Schweiz kombiniert den Politikdialog auf nationaler Ebene mit lokalen Massnahmen im Norden Mosambiks. Die Projekte werden gemeinsam mit staatlichen Stellen, kommunalen Behörden, der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor durchgeführt. Die Zusammenarbeit mit bilateralen Geldgebern und multilateralen Institutionen ermöglicht eine bessere Koordination und steigert die Wirksamkeit der Interventionen. Das Kooperationprogramm wird jährlich überprüft und ergebnisorientiert an den veränderten Kontext angepasst. Die Wahl der Partner und Umsetzungsansätze basiert auf Kriterien wie Verfügbarkeit, Effizienz, Glaubwürdigkeit und Risikoprofil. In konfliktbetroffenen Gebieten und in Fluchtsituationen verfolgt die Schweiz einen Triple-Nexus-Ansatz, bei dem sie humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedenssicherung miteinander verzahnt.
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