Serbien
Die Schweiz ist seit 1991 eine verlässliche Partnerin Serbiens. Im Laufe der Zeit wurde die ursprüngliche humanitäre Hilfe durch eine langfristige Förderung demokratischer, wirtschaftlicher und energiepolitischer Reformen abgelöst.

Die Schweiz unterstützt in Serbien Reformprozesse, die den inneren Zusammenhalt des Landes stärken und zu einer inklusiven Entwicklung und verstärkter europäischer Integration beitragen. Dabei liegt ihr Fokus auf drei Schwerpunktbereichen: Aufbau rechenschaftspflichtiger Institutionen, dynamische Wirtschaft und ökologischer Wandel. Die engen Verbindungen zahlreicher Schweizer Unternehmen zur serbischen Wirtschaft, die grosse serbische Diaspora in der Schweiz sowie die Mitgliedschaft Serbiens in den von der Schweiz geführten Stimmrechtsgruppen in den Bretton-Woods-Institutionen und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) festigen diese langjährige Partnerschaft.
Kontext Serbien
Serbien bleibt ein zentraler Akteur auf dem Westbalkan. Auch wenn der EU-Beitritt weiterhin eine strategische Priorität darstellt, sieht sich das Land mit einer zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Polarisierung sowie Herausforderungen in Bezug auf Rechtsstaatlichkeit, Transparenz, Korruption und Medienfreiheit konfrontiert. Serbiens Wirtschaftsleistung ist solide, doch das Wachstumsmodell, das auf ausländische Investitionen und öffentliche Ausgaben setzt, stösst an seine Grenzen. Schwierigkeiten bekunden nicht nur die lokalen KMU, sondern auch der Arbeitsmarkt, der unter Fachkräftemangel und einer alternden Bevölkerung leidet. Serbien hat die Angleichung seiner Umweltvorschriften an die der EU vorangetrieben und einer diversifizierten Energieversorgung sowie der Dekarbonisierung Priorität eingeräumt. Langfristige Nachhaltigkeit erfordert jedoch auch einen stärkeren Schutz der biologischen Vielfalt und bessere Umsetzungskapazitäten.
Demokratische Regierungsführung und engagierte Zivilgesellschaft
Die Schweiz stärkt die Rechenschaftspflicht von Behörden und Gemeindeverwaltungen gegenüber Bürgerinnen und Bürgern. Zudem setzt sie sich weiterhin für eine aktive Zivilgesellschaft, den Kultursektor und unabhängige Medien ein und arbeitet mit staatlichen Aufsichtsbehörden wie beispielsweise den Ombudsstellen zusammen. Die Schweiz unterstützt die lokalen Behörden dabei, transparenter, verantwortungsbewusster und partizipativer zu arbeiten, wobei ein Schwerpunkt auf der Förderung der politischen Teilhabe von Frauen liegt.
Wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung
Die Schweiz will das serbische Innovationsökosystem stärken und moderne und nachhaltige Geschäftspraktiken fördern. Dadurch soll die Widerstandsfähigkeit des Privatsektors verbessert und ein inklusives Wachstum erreicht werden. Die Schweiz arbeitet auch mit nationalen und lokalen Behörden zusammen. Sie sollen befähigt werden, Steuerreformen umzusetzen und die öffentlichen Mittel effizienter zu verwalten. Sie unterstützt aber auch die formale und nichtformale Kompetenzentwicklung, eine wissensbasierte Wirtschaft und die Schaffung von hochwertigen Arbeitsplätzen für Frauen und Männer.
Klimawandel und resiliente Städte
Die Schweiz unterstützt Serbiens Energiewende. Dabei legt sie den Schwerpunkt auf den Ausbau erneuerbarer Energien, ein kommunales Energiemanagement und die Förderung innovativer Finanzierungsmodelle, um Investitionen in energieeffiziente öffentliche Gebäude und Wohnbauten zu steigern. Neben dem Klimaschutz trägt die Schweiz auch zum Schutz der biologischen Vielfalt, zur Stärkung des Umweltmanagements und der Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme bei.
Ansatz
Die Schweiz fördert den Kapazitätsaufbau von Institutionen und Menschen sowie den Zugang zu schweizerischem und internationalem Fachwissen für serbische Partner. Alle Programme der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) integrieren die Prinzipien der guten Regierungsführung, der Geschlechtergleichstellung und der sozialen Inklusion sowie Umweltaspekte.
Wichtige Partner der Schweiz in Serbien
- Lokale Behörden: Ministerien, Stadt- und Gemeindebehörden, nationaler Verband der Kommunalverwaltungen, schweizerische und lokale Nichtregierungsorganisationen;
- Privatsektor: Unternehmensverbände, Akteure des Innovationsökosystems;
- Bilaterale und multilaterale Partner: die EU, Deutschland, Norwegen, die Weltbank, der Internationale Währungsfonds, die Welthandelsorganisation, die EBRD, verschiedene UNO-Organisationen und die Kreditanstalt für Wiederaufbau.
Links
- Bilaterale Beziehungen Schweiz-Serbien
- Aktivitäten des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) in Serbien
- Projektdatenbank
Dokumente
Schweizer Kooperationsprogramm Serbien 2026–2029 (Factsheet) [sobald bereit]
Kontakt
Eichenweg 5
3003 Bern
