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Veröffentlicht am 28. April 2025

Tunesien

Tunesien ist aufgrund seines bedeutenden Wirtschaftspotenzials und der langjährigen bilateralen Zusammenarbeit ein wichtiges Partnerland für die Schweiz. Aufbauend auf ihren Kompetenzen setzt sich die Schweiz für die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Anpassung an den Klimawandel und dessen Minderung, die Unterstützung der zirkulären Migration, die Förderung des Zugangs zu grundlegenden Dienstleistungen für benachteiligte Gruppen und die Stärkung der Menschenrechte ein.

Frauen in bunter, traditioneller Kleidung singen und klatschen in einer Wüstenlandschaft. Einige tragen leuchtende Kopftücher und Schmuck.

Kontext Tunesien

Nach den politischen Umwälzungen in Nordafrika 2011, die einen langwierigen Übergangsprozess in Gang setzten, konnte die Region ihr wirtschaftliches Potenzial, das sie insbesondere jungen und gut ausgebildeten Arbeitskräften verdankt, nicht voll ausschöpfen. Tunesien hat mit einer Situation der Fragilität zu kämpfen, die durch mehrere Faktoren bedingt ist: hohe Arbeitslosigkeit, Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, Ungleichgewichte zwischen den verschiedenen Regionen des Landes und Migrationsbewegungen.

Gouvernanz und Menschenrechte

Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass öffentliche Aufgaben auf partizipative, effiziente, transparente und agile Weise wahrgenommen werden. So verstärkt sie ihre Unterstützung für die Rechtsstaatlichkeit sowie die Förderung und Achtung der Menschenrechte, insbesondere der Rechte von Frauen und von Migrantinnen und Migranten. In Tunesien stellt die Schweiz ihr Know-how im Bereich der guten Regierungsführung für eine bessere Rechtsstaatlichkeit und Bildung für Bildungsinitiativen für Demokratie zur Verfügung.

Menschenwürdige Arbeit und eine nachhaltige und inklusive Wirtschaftsentwicklung

Aufbauend auf ihrer Erfahrung fördert die Schweiz den Zugang insbesondere von Frauen und Jugendlichen, zu einer hochwertigen Berufsbildung, die sowohl ihren Erwartungen als auch den Marktbedürfnissen entspricht. Darüber hinaus fördert die Schweiz strukturelle Wirtschaftsreformen und wirtschaftliche Chancen durch eine verbesserte Infrastruktur, einen innovativen Privatsektor, eine transparente öffentliche Verwaltung und eine angemessen bezahlte Arbeit.

Migration und Schutz

Nordafrika ist von Migrationsbewegungen geprägt: Auf der Flucht vor Konflikten, wirtschaftlicher Stagnation, Diskriminierung und den Auswirkungen des Klimawandels migrieren Menschen innerhalb ihres Landes in andere Länder der Region und mitunter auch in Richtung Europa. Viele werden dabei Opfer von Gewalt und Ausbeutung. Die Schweiz trägt zum Schutz und zur sozioökonomischen Inklusion von Migrantinnen und Migranten und von Flüchtlingen sowie zu ihrem Zugang zu einer hochwertigen Grundversorgung bei. Zudem ruft sie die Staaten dazu auf, das humanitäre Völkerrecht und ihre internationalen Verpflichtungen einzuhalten.

Auf regionaler Ebene liegt der Schwerpunkt auf dem Schutz, der Grundbildung und der Integration von Kindern und Jugendlichen, die auf zwei innerafrikanischen Migrationsrouten und im Migrationskorridor zwischen Nordafrika, dem Nahen und Mittleren Osten und Südasien unterwegs sind. Auf politischer Ebene verfolgt die Schweiz zwei Ziele: den Schutz von Migrantinnen und Migranten und die Achtung ihrer Rechte zu fördern und die Zusammenarbeit mit den nordafrikanischen Staaten in Migrationsfragen zu verstärken.

Ansatz und wichtigste Partner

Die Schweiz verfolgt bei ihrer internationalen Zusammenarbeit in Tunesien einen departementsübergreifenden Ansatz, der von der DEZA, dem Staatssekretariat des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und dem Staatssekretariat für Migration (SEM) umgesetzt wird.

Die wichtigsten Partner der Schweiz in Tunesien sind:

  • Nationale, regionale und kommunale Behörden;
  • Lokale und internationale zivilgesellschaftliche Organisationen;
  • Internationale Organisationen: Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) und Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP);
  • Zivilgesellschaftliche Organisationen, Unternehmen und Kompetenzzentren aus der Schweiz: EBP Schweiz, Helvetas, Swisscontact und Terre des hommes.

Kontakt

DEZA / Horn und Nordafrika
Eichenweg 5
3003 Bern