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Veröffentlicht am 20. April 2026

Venezuela

Venezuela befindet sich in einer tiefgreifenden Krise und weist eine der höchsten Armutsraten in Lateinamerika auf.
Die Schweiz unterstützt die gefährdetsten Bevölkerungsgruppen beim Zugang zur Grundversorgung sowie beim Schutz vor Gewalt und Ausbeutung. Dabei verknüpft sie humanitäre Soforthilfe mit Massnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der venezolanischen Akteure.

Die Mitarbeitenden der Nichtregierungsorganisation in Westen mit ihrem Logo verteilen Hygieneartikel, Wasser und Zusatznahrung an Bedürftige.

Kontext Venezuela

Seit Jahren befindet sich Venezuela in einer tiefen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Krise. Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner haben in den vergangenen Jahren ihr Land verlassen.

Anfang 2026 markierte die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro einen politischen Einschnitt und leitete eine Phase der Neuorientierung ein. Trotz der weiterhin unsicheren Lage bestehen Chancen auf wirtschaftliche Erholung, etwa durch Reformen und eine stärkere Öffnung für internationale Investitionen. Gleichzeitig bleiben Sicherheitsprobleme, insbesondere in den Grenzregionen zu Kolumbien, bestehen, und die humanitären Bedürfnisse nehmen weiter zu.

Die Schweiz unterstützt die betroffene Bevölkerung mit humanitärer Hilfe und trägt zur Sicherstellung des Zugangs zu grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheit, Ernährung, Wasser sowie Schutz bei. Die Massnahmen sind Teil eines regionalen Engagements, das auch Bemühungen um Stabilität in Kolumbien umfasst.

Schutz für Migrantinnen und Migranten

Venezuela gehört zu den Ländern mit der grössten Migrationsbewegung in Lateinamerika. Lange Zeit war Venezuela vor allem als Auswanderungsland bekannt. Inzwischen kehren jedoch zunehmend Venezolanerinnen und Venezolaner in ihr Heimatland zurück, auch wenn die Lebensbedingungen vor Ort für viele weiterhin herausfordernd sind. Seit 2016 unterstützen lateinamerikanische Aufnahmeländer und die internationale Gemeinschaft Venezolanerinnen und Venezolaner in den Bereichen Gesundheit, Sanitär- und Wasserversorgung, Ernährungssicherheit und psychosoziale Unterstützung für Frauen und Kinder. In der Vergangenheit konzentrierte sich das Engagement der Schweiz auf die Deckung der Grundbedürfnisse entlang der Migrationsrouten. Heute verfolgt sie einen integrierten regionalen Ansatz: Sie hilft, Gewalt und Ausbeutung einzudämmen, verbessert den Zugang zu Rechts- und Schutzdienstleistungen für Migrantinnen und Migranten und stärkt die lokalen Lebensgrundlagen und Arbeitsmöglichkeiten von Rückkehrenden.

Katastrophenvorsorge

Die Schweiz fördert den Dialog mit den für die Katastrophenprävention und -vorsorge zuständigen Behörden, um mögliche Inhalte der Zusammenarbeit zu skizzieren. Die Schweiz investiert in diesen Bereich und unterstützt relevante Akteure dabei, ihre Kapazitäten zu verbessern und die Widerstandsfähigkeit gefährdeter Gemeinschaften zu stärken.

Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Verringerung des Gewaltrisikos

Die Schweiz stärkt die Widerstandsfähigkeit der betroffenen Gemeinschaften und der lokalen Akteure, damit sie in Zukunft besser auf humanitäre Krisen reagieren können. Zudem fördert die Schweiz die Konfliktprävention und den sozialen Zusammenhalt, um den potenziellen Bedarf an humanitärer Hilfe zu verringern.

Ansatz und wichtigste Partner

Die Schweiz arbeitet mit verschiedenen Partnern zusammen und will die Kapazitäten der venezolanischen Akteure kontinuierlich stärken. Zudem trägt sie zur Umsetzung der Mandate des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) bei. Durch ihre Unterstützung der humanitären UNO-Organisationen (Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, Welternährungsprogramm und Hochkommissariat für Flüchtlinge) sowie internationaler und lokaler NGOs erreicht die Schweiz Migrantinnen und Migranten, Kinder, Familien und Gemeinschaften in Not und kann die Widerstandsfähigkeit lokaler Akteure stärken.

Kontakt

DEZA / Lateinamerika und Karibik (LAK)
Eichenweg 5
3003 Bern