Zentralafrikanische Republik
Nach Jahren des Konflikts strebt die Zentralafrikanische Republik heute nach Frieden und Entwicklung. Die DEZA setzt sich in diesem immer noch fragilen und von extremer Armut geprägten Land insbesondere für den Schutz der Zivilbevölkerung, eine bessere Grundversorgung sowie für Frieden und Versöhnung ein.

Kontext Zentralafrikanische Republik
Die Zentralafrikanische Republik (ZAR) steht vor zahlreichen Herausforderungen. Obwohl sich die Sicherheitslage in einigen Regionen des Landes erheblich verbessert hat, behindern anhaltende Konflikte zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen sowie die Nähe zu Konfliktländern die Anstrengungen zur Stabilisierung der Institutionen und zum Wiederaufbau des Landes. Die zahlreichen Konflikte haben die soziale Grundversorgung und zivile Infrastruktur zerstört und grosse Bevölkerungsbewegungen ausgelöst. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung ist nach wie vor auf humanitäre Hilfe angewiesen, wobei Frauen und Kinder besonders betroffen sind.
Nachdem die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit ihre humanitären Hilfsprogramme jahrelang «aus der Ferne» verwaltet hatte, eröffnete sie 2022 ein humanitäres Büro in Bangui. Sie konzentriert sich auf drei Einsatzbereiche: Schutz der Zivilbevölkerung, Verbesserung des Zugangs zur Grundversorgung und Förderung von Frieden und Versöhnung. Zudem will sie die Kohärenz zwischen humanitären, entwicklungspolitischen und friedensfördernden Massnahmen verbessern, die lokalen Gouvernanzsysteme stärken und die Gleichstellung der Geschlechter fördern.
Schutz der Zivilbevölkerung
Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit setzt sich weiterhin für das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte ein. Sie stellt sicher, dass das Humanitäre Landesteam der Vereinten Nationen den Schutz weiterhin als oberste Priorität behandelt. Gleichzeitig setzt sie sich bei den zentralafrikanischen Behörden und Partnerorganisationen für die Einhaltung der Grundsätze des humanitären Zugangs und des Schutzes von humanitärem Personal und Einrichtungen ein. Durch die Unterstützung des Humanitären Fonds der UNO trägt sie zu einer besseren Koordination unter den Gebern bei und vertritt diese im Beratungsausschuss des Fonds. Ausserdem setzt sich das Büro in Bangui für günstige rechtliche Rahmenbedingungen für die internationalen und lokalen humanitären Organisationen vor Ort ein. Im Zeitraum 2026–2029 legt die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit einen besonderen Schwerpunkt auf die sektorübergreifende Unterstützung von Überlebenden geschlechtsspezifischer Gewalt im Zusammenhang mit Konflikten. Geplant sind Massnahmen in den Bereichen wiederherstellende Chirurgie, psychosoziale Unterstützung und die Schaffung von Erwerbsmöglichkeiten.
Grundversorgung
Die Investitionen der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit in der Domäne der Grundversorgung ergänzen die Investitionen internationaler Finanzinstitutionen und bilateraler Partner der ZAR. Sie tragen dazu bei, die Grundversorgung gemäss dem Nationalen Entwicklungsplan 2024–2028 für die gesamte Bevölkerung zugänglich zu machen. Im Vordergrund stehen die Verbesserung der Infrastruktur für die paramedizinische Ausbildung in mehreren Regionen des Landes und die Stärkung der Kompetenzen des Gesundheitspersonals, vor allem in ländlichen Gebieten. Zudem werden Initiativen unterstützt, die innovative Ansätze für einen langfristigen Kapazitätsaufbau und die Stärkung des Gesundheitssystems fördern.
Frieden und Versöhnung
Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit verfolgt die Entwicklung der Lage in der ZAR und deren Nachbarländern aufmerksam. Sie unterstützt Projekte, die den sozialen Zusammenhalt stärken, insbesondere durch einen erleichterten Zugang zu qualitativ hochwertigen Informationen im ganzen Land mittels einer mehrjährigen finanziellen Unterstützung der Fondation Hirondelle / Radio Ndeke Luka. Die Schweiz setzt sich auch für transparente, inklusive und faire Wahlen in der ZAR ein, namentlich durch einen Beitrag an einen vom UNDP verwalteten Multi-Geber-Treuhandfonds. Zudem unterstützt sie den Sonderstrafgerichtshof, der eingerichtet wurde, um Kriegsverbrechen in der ZAR zu untersuchen und strafrechtlich zu verfolgen. Für diesen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Straflosigkeit und zur Friedensförderung ist die Abteilung Frieden und Menschenrechte im Staatssekretariat des EDA zuständig.
Ansatz und wichtigste Partner
Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit legt Wert auf den Dialog mit allen zentralafrikanischen und internationalen Partnern und engagiert sich stark für die humanitären Grundsätze sowie für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte. In Absprache mit den vor Ort tätigen internationalen Partnern (UNO, IKRK und NGO) pflegt sie Partnerschaften mit zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie Nichtregierungsorganisationen.
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Eichenweg 5
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