REPIC: 20 Jahre Innovation für nachhaltige und globale Lösungen
Seit 20 Jahren unterstützt REPIC nachhaltige Lösungen in verschiedenen Ländern, vor allem im globalen Süden. Anlässlich dieses Jubiläums werfen wir einen Blick auf die Geschichte dieser interdepartementalen Plattform zur Förderung der erneuerbaren Energien sowie der Energie- und Ressourceneffizienz in der internationalen Zusammenarbeit.

Im Jahr 2004 lancierte die Schweiz ein innovatives Projekt: die interdepartementale Plattform REPIC (Renewable Energy, Energy and Resource Efficiency Promotion in International Cooperation), die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Energie (BFE) gemeinsam betrieben wird. Ihre Aufgabe? Die Unterstützung von Initiativen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltiges Ressourcenmanagement in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. In den letzten 20 Jahren unterstützte REPIC über 200 Projekte in 60 Ländern, die 2,3 Millionen Personen zugutekamen. Dadurch konnten die CO2-Emissionen um 288 277 Tonnen reduziert werden. Zudem wurden mehr als 6400 Menschen geschult. Die Plattform beruht auf der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der UNO und deren Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG). REPIC fördert Projekte, die nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch und sozial nachhaltig sind und möglichst vielen Menschen zugutekommen.

Einzigartiges Innovationsmodell
REPIC setzte von Anfang an auf die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren. So können Unternehmen, NGO und lokale Partner auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten: die Entwicklung konkreter Lösungen für ökologische Herausforderungen unter Einbezug der wirtschaftlichen, sozialen sowie umwelt- und energiebezogenen Aspekte der Nachhaltigkeit. Diese Synergien sind eine der grössten Stärken der Plattform. Die von REPIC geförderten Projekte produzieren 22 240 MWh Energie pro Jahr. Dies entspricht dem durchschnittlichen Jahresbedarf von 20 000 Haushalten einer senegalesischen Stadt. Die Plattform leistet in diesem Bereich also einen wichtigen Beitrag.
Neben der finanziellen Unterstützung bietet REPIC einen Rahmen für den Austausch von Know-how zwischen der Schweiz und den Partnerländern. Die Projekte müssen zehn Kriterien erfüllen, damit sie gefördert werden können:
- Entwicklungs- oder Transitionsland
- Bereich, der von REPIC unterstützt wird
- Lokale Bedürfnisse
- Innovation
- Schweizer Wissens- und Technologietransfer
- Messbare Ziele, Aktivitäten und Meilensteine
- Ausrichtung auf Multiplikation/Replikation
- (Wirtschaftlich, sozial und ökologisch) nachhaltiges Projekt
- Schweizer Organisation
- REPIC-Beitrag max. 50 Prozent des Gesamtbudgets
Die Ziele müssen messbar sein, Multiplikationspotenzial aufweisen und wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltig sein. Schliesslich muss es sich um eine Schweizer Organisation handeln, und der REPIC-Beitrag darf 50 Prozent des Gesamtbudgets nicht überschreiten.

Zwei von REPIC unterstützte Projekte
Die 1986 gegründete Schweizer NGO Nouvelle Planète hilft benachteiligten ländlichen Gemeinschaften, ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Mit der Unterstützung von REPIC führte sie ein Projekt zur Förderung von Biogasanlagen in fünf Gemeinden der vietnamesischen Provinz Trà Vinh durch. Das Projekt erlaubt es, Waldrodungen entgegenzuwirken, die Umweltverschmutzung durch Nutztierexkremente zu verringern, die Gesundheit der Familien zu verbessern und deren Abhängigkeit von Brennholz zu reduzieren. Heute kochen 491 Familien (vorgesehen waren 321) mit Biogas. Sie konnten dadurch ihre Ausgaben senken und ihre Lebensqualität verbessern. Durch die Wiederverwendung von Gärgut als Naturdünger maximiert das Projekt die lokalen Ressourcen und erhöht die landwirtschaftliche Produktivität. So entsteht ein nachhaltiges System, das die Vision von REPIC verkörpert: lokale Lösungen mit einer grossen sozialen und ökologischen Wirkung.
In Indien unterstützte REPIC das Unternehmen CANDI bei der Installation von Solarpanels auf den Dächern der lokalen Fabriken. Bei dieser erfolgreichen Initiative, die im Einklang mit den Zielen der Plattform steht, ging es darum, die Abhängigkeit der Unternehmen von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Energiekosten zu senken. Die CO2-Emissionen gingen deutlich zurück (Einsparung von bislang fast 90 000 Tonnen dank den Solarpanels von CANDI in Indien), und die Energieautonomie der Industrie wurde erhöht.
Neben diesen beiden Beispielen erzielte REPIC zahlreiche Erfolge in Subsahara-Afrika, Lateinamerika, Osteuropa und Asien. Die Projekte bieten konkrete Lösungen für verschiedene Probleme, etwa sauberere Energieversorgung, Abfallmanagement und nachhaltige Landwirtschaft.
Zwischen Kontinuität und Erneuerung
Seit 2004 unterstützt REPIC die Start- und Entwicklungsphase von Pilotprojekten im Bereich der erneuerbaren Energien. Im Jahr 2022 erreichte die Plattform mit der Einführung des Rollout-Instruments einen neuen Meilenstein. Diese Initiative dient der Begleitung von Projekten in der frühen kommerziellen Phase und soll ihre Wirkung und Nachhaltigkeit stärken. Sie schliesst eine Lücke in der Projektfinanzierung, die oft als «Tal des Todes» bezeichnet wird, weil der Übergang von einem erfolgreichen Prototypen zu einem marktfähigen Produkt schwer zu finanzieren ist. Durch die Unterstützung von kritischen Phasen wie der Industrialisierung der Produktion, dem Transfer von Know-how oder der Organisation des Vertriebs hilft REPIC mit seinem Rollout-Instrument, diese Hindernisse zu überwinden.
Dank REPIC konnten wir unser Pilotprojekt zur Aufzucht einheimischer Fischarten im Tanganjikasee in Tansania erfolgreich kommerzialisieren. Unser Projekt ist das allererste, das im Rahmen des Rollout-Programms unterstützt wird. Dadurch konnten wir die anfänglichen Herausforderungen bei der Kommerzialisierung überwinden. Wir integrierten AQUASMART, ein digitales Management-Tool, das eine bessere Steuerung der Energieversorgung erlaubt, und erweiterten das Vertriebsnetz für frischen Fisch mithilfe einer solarbetriebenen Eismaschine.
Rollout erleichtert Partnern wie Sustain Switzerland den Übergang von der Pilotphase zur Kommerzialisierung, wobei die Nachhaltigkeit sichergestellt wird, so dass die Innovationen für private Investoren attraktiver werden. Dank der Unterstützung konnte das Projekt von Sustain Switzerland in Tansania zur Entwicklung einer solar versorgten Fischfarm beispielsweise die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Energieversorgung in einer abgelegenen Region bewältigen.
Gleichzeitig zeigt die Erhöhung des REPIC-Budgets (CHF 2,8 Mio. für Pilotprojekte und Rollout), dass das SECO, das BAFU, das BFE und die DEZA Vertrauen in die Plattform haben, was ihre Rolle bei der Förderung nachhaltiger Technologien stärkt.

Eine inspirierende Erfolgsgeschichte
REPIC hat in den letzten 20 Jahren gezeigt, dass sich die departementsübergreifende Zusammenarbeit auszahlt: Durch die Förderung innovativer lokaler Projekte von internationaler Bedeutung lassen sich Herausforderungen in Chancen umwandeln. Die Initiativen haben das Leben in Hunderten von Gemeinden verbessert und tragen zur Bekämpfung des Klimawandels bei.
Die zunehmend anspruchsvollen Projekte, die REPIC unterstützt, und die verbesserten Rahmenbedingungen, die nachhaltige Lösungen gewährleisten sollen, veranschaulichen das Engagement der Schweiz für nachhaltige Technologien und eine umweltfreundlichere Zukunft.
Links
Kontakt
Eichenweg 5
3003 Bern