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MitteilungVeröffentlicht am 4. Oktober 2024

Taifun Yagi in Vietnam: Die Schweiz leistet humanitäre Hilfe

Der Taifun Yagi, der als stärkster Sturm seit 30 Jahren eingestuft wurde, hat in Vietnam eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Heftige Winde und Regenfälle führten zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Auf Ersuchen der vietnamesischen Behörden entsandte die Schweiz Fachpersonen des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe und lieferte Hilfsgüter. Zur Deckung des dringenden und mittelfristigen Bedarfs hat sie eine Million Franken bereitgestellt.

Drei Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe sprechen mit Einheimischen in einem von Erdrutschen betroffenen Gebiet.

Nachdem der Taifun Yagi über die Philippinen und China hinweggefegt war, erreichte er am 7. September 2024 mit Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h Vietnam. Er gilt als der stärkste Sturm seit über 30 Jahren. Besonders betroffen waren die nördlichen Küstengebiete und die nordwestliche Bergregion mit zahlreichen überschwemmten Dörfern und grösseren Erdrutschen. Durch Evakuierungen und andere Massnahmen der Behörden konnte die Zahl der Opfer minimiert werden. Dennoch mussten Tausende von Menschen evakuiert werden, und bis heute gelten mehrere hundert Menschen als tot oder vermisst. Der Taifun richtete grosse Schäden in der Landwirtschaft an: Tausende Hektar Reisfelder wurden zerstört. Am 9. September 2024 lancierten die vietnamesischen Behörden einen internationalen Hilfsappell.

Die Schweiz hat unverzüglich Unterstützung angeboten. Die DEZA entsandte ein Expertenteam des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH). Dem Team gehörten Spezialistinnen und Spezialisten in den Bereichen Wasser und Sanitärversorgung, Notunterkünfte und Katastrophenvorsorge an. Es unterstützte die vietnamesischen Behörden bei der Bedarfsermittlung sowie bei kurz- und mittelfristigen Hilfsmassnahmen. Das Team konzentrierte seinen Einsatz auf die stark betroffene Provinz Yên Bái, wo keine anderen internationalen Hilfsteams vor Ort waren.

Wasserversorgung, Aufräumarbeiten und Existenzsicherung

90 Prozent der Haushalte in dieser Provinz beziehen das Wasser aus Brunnen, die durch die starken Regenfälle verunreinigt wurden. Das SKH-Team stellte 16 Brunnenreinigungssets zur Verfügung und schulte die Behörden in deren Anwendung. Dank diesen Sets haben rund 7000 Menschen während eines Monats Zugang zu Trinkwasser.

Wegen der Erdrutsche waren viele Strassen blockiert. Das SKH-Team mietete bei örtlichen Strassenbauunternehmen für zwei Wochen Bagger und Lastwagen, um die Strassen wieder befahrbar zu machen und rund 50 000 Menschen den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen wie Schulen, Gesundheitszentren und Märkten zu ermöglichen.

@SwissAmbVietnam, Social Media Plattform X, 23.09.2024

Das Team unterstützte zudem ein Projekt der lokalen Behörden, das 621 Haushalten während dreier Monate je 430 US-Dollar für den Wiederaufbau bereitstellt. Durch diese gezielte finanzielle Unterstützung sollen 2500 benachteiligte Menschen, die ihre Existenzgrundlage verloren haben, schnell wieder eine Einkommensquelle finden.

Hilfsgüter

Die Schweiz lieferte 300 Familienzelte, 5 Mehrzweckzelte und 2 Wasserversorgungssysteme für 10 000 Menschen. Die Hilfsgüter wurden am Dienstag, 17. September 2024, an die Provinzbehörden von Yên Bái übergeben. Sie wurden anschliessend von den lokalen Behörden an die betroffene Bevölkerung verteilt. Die Schweiz finanzierte zudem eine Lieferung von 3000 Hygienekits, die von der Vereinigung südostasiatischer Länder (ASEAN) im Katastrophengebiet verteilt wurden.

@SwissHumAidUnit, Social Media Plattform X, 17.09.2024

Kontakt

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)
Eichenweg 5
3003 Bern