Usha Bhandari – eine Brückenbauerin für die Berufsbildung in Nepal
Nach 14 Jahren bei der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) geht Usha Bhandari Ende April in den Ruhestand. Zumindest offiziell. Denn ihre Leidenschaft für Bildung und ihr Engagement für junge Menschen in Nepal bleiben ungebrochen.

Nach 14 Jahren bei der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) geht Usha Bhandari Ende April in den Ruhestand. Zumindest offiziell. Denn ihre Leidenschaft für Bildung und ihr Engagement für junge Menschen in Nepal bleiben ungebrochen.
Geboren im Kathmandutal, wollte Usha ursprünglich Krankenschwester werden. Früh zeigte sich jedoch: Ihr Herz schlägt für das Unterrichten. Als Tutorin am medizinischen Institut der Universität Kathmandu entdeckte sie ihre Berufung – Menschen zu befähigen, ihr volles Potenzial zu entfalten.
Ihr Weg führte sie bald zum Rat für technische Bildung und Berufsausbildung (CTEVT) und später zum Training Institute for Technical Instruction (TITI), das von der DEZA über Swisscontact unterstützt wird. Als Master-Trainerin reiste sie in über zehn Länder, von Uganda bis Bangladesch, und prägte mit ihrem Wissen Bildungsprogramme weit über Nepals Grenzen hinaus.
2011 wechselte Usha zur DEZA, wo sie sich mit Herzblut für eine zukunftsfähige Berufsbildung einsetzte. Sie war federführend bei Programmen wie dem Employment Fund, ENSSURE und dem National Vocational Qualification System, die jungen Menschen gezielt Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt eröffnen. Besonders prägend war ihre Rolle bei den Reformen im Zuge der föderalen Umstrukturierung Nepals ab 2015. Zu diesen Reformen gehörten die Einführung der dualen Berufsausbildung und die erste Berufsberatung für Jugendliche in Nepal.
Für Usha ist Berufsbildung weit mehr als Technikvermittlung. «Es geht darum, Menschen eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen», sagt sie. Und das hat sie nicht nur gesagt, sondern gelebt – mit viel Feingefühl, Fachkompetenz und unermüdlichem Einsatz.
Nach 14 Jahren bei der DEZA geht Usha dieser Tage in Pension. Für sie ist der Ruhestand jedoch kein Abschied, sondern der Anfang eines neuen Kapitels. Usha wird bei Swisscontact als TVET-‑Beraterin für Süd- und Südostasien tätig sein, eine Rolle, die es ihr ermöglicht, ihr Fachwissen auf andere Länder auszudehnen und gleichzeitig ihre Arbeit in Nepal fortzusetzen. «Diese neue Aufgabe bietet mir die Möglichkeit, die Arbeit, die wir in Nepal geleistet haben, auf andere Länder in der Region auszuweiten.»
Was bleibt, ist ein tiefes Vermächtnis – und eine Frau, die gezeigt hat, wie man mit Leidenschaft und Weitsicht Bildung zum Motor für Entwicklung machen kann.
Bei der Berufsbildung geht es um mehr als die Vermittlung von Fertigkeiten. Es geht darum, sicherzustellen, dass die Arbeitskräfte für die Herausforderungen von morgen gerüstet sind. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung eines jeden Landes.
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