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MitteilungVeröffentlicht am 5. Februar 2026

Wo Kommunikation Brücken baut: Geschichten aus dem Kaukasus– Georgien

Früh aufstehen war noch nie Ekaterine Kvavadzes Stärke. Doch seit ihr Sohn auf der Welt ist und in den Kindergarten geht, hat der Tag eine neue Struktur. Es gibt nun eine feste Uhrzeit, zu der sie das Haus verlässt und wieder nach Hause kommt. Dazwischen liegt ihr Arbeitstag, als Kommunikationsbeauftragte in der Schweizer Botschaft in Georgien. Dieser beginnt immer gleich: mit Kaffee. Ohne Kaffee, funktioniert sie nicht, sagt sie lachend.

Eine Frau mit rötlichen Haaren und Brille rührt in einem Fondue Caquelon den Käse um.

Nach dem obligatorischen Morgenkaffee folgt der erste Blick in die Emails und den Kalender. Was steht heute an? Welche Termine kommen in den nächsten Tagen? Sie liest die Nachrichten, beobachtet aufmerksam, was in der Schweiz und in Georgien passiert, und sorgt dafür, dass DEZA relevante Inhalte in der offiziellen Kommunikation der Schweizer Vertretung verkündet werden – immer mit Blick auf den georgischen Kontext.

Als Kommunikationsverantwortliche gehört die enge Abstimmung mit der Missionsschefin und der Chefin für Internationale Zusammenarbeit zu ihrem Alltag. Wöchentliche Planungssitzungen über Inhalt, Tonalität und Wirkung der Kommunikation – und immer wieder das Schreiben: Artikel, Factsheets, Hintergrundtexte, Social Media Beiträge.

Besonders gern erinnert sie sich an die letzten Wochen, in denen sie unter anderem ein Training zu Social Media gemeinsam mit den anderen Kommunikationsverantwortlichen der Schweizer Vertretungen aus dem Südkaukasus und Zentralasien besuchen durfte. Dieser Austausch hat neue Ideen aufgebracht und die Zusammenarbeit zwischen den Vertretungen gefördert.

Eine der grössten Herausforderungen in letzter Zeit, war für Eka ein Artikel über das Projekt zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen im ländlichen Raum Georgiens spezifisch für einen besseren Zugang zu Finanzmitteln. «Finanzen waren nie mein Thema», gibt sie offen zu. «Aber genau das hat es spannend gemacht.» Im Rahmen dieses Artikels konnte Eka das Projekt besuchen und mit den Teilnehmenden sprechen, was ihrem Text eine persönliche Note verliehen hat. «Im Feld führe ich keine klassischen Interviews mit einer fixen Struktur und vordefinierten Fragen», sagt sie. «Ich spreche mit den Menschen. Und dann öffnen sie sich.» Das Eintauchen in den Alltag der Menschen schafft eine Nähe, welche Eka den Blick schärft, die Inhalte in ihren Kommunikationsbeiträgen deutlicher und realistischer darzustellen.

Ähnlich ging es ihr beim Projekt zur Modernisierung der landwirtschaftlichen Berufsbildung in Georgien. In einem College sprach sie mit IT-Fachleuten und mit Bäuerinnen und Bauern, die lernen, ihre Produkte besser zu vermarkten und Computer Software zu nutzen für Design Prozesse. Dieser persönliche Austausch hat Eka so inspiriert, dass sie den ganzen Artikel in einem Zug geschrieben hat.

Seit der Geburt ihres Sohnes gehören die Abende nach der Arbeit der Familie. Es wird gemeinsam gekocht, gespielt, gelacht, bis er ins Bett geht, die beste Ablenkung vom Arbeitsalltag. Der Gesamtkontext im Land ist in den letzten Jahren schwieriger geworden. Insbesondere die letzten zwei Jahre waren von erhöhter Unsicherheit geprägt. Die politische Dynamik, einschließlich langjähriger außenpolitischer Bestrebungen, scheint unbeständiger und undurchsichtiger als zuvor. Der Spielraum für die Zivilgesellschaft ist spürbar geschrumpft.

Gerade in diesem Umfeld sieht Eka ihre Arbeit als umso wichtiger: zuhören, erklären, einordnen. Geschichten erzählen von Menschen, die trotz allem weitermachen. Und jeden Morgen – nach dem ersten Kaffee – wieder neu anfangen.

Kontakt

Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)
Eichenweg 5
3003 Bern