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Veröffentlicht am 8. April 2025

Benin

In Benin fördert die Schweiz die nachhaltige Entwicklung, den sozialen Zusammenhalt und die Widerstandsfähigkeit gefährdeter Bevölkerungsgruppen. Sie konzentriert sich dabei auf zwei Schwerpunkte: Gouvernanz und Frieden sowie Wirtschaft und Stärkung von Kompetenzen. Ausserdem fördert sie die Themen Geschlechtergleichstellung, Konfliktprävention und Anpassung an den Klimawandel bei allen ihren Aktivitäten.

Eine junge Frau mit einem Schraubenzieher in der Hand arbeitet an einem Schaltkasten.

Kontext Benin

Benin verzeichnet ein robustes Wirtschaftswachstum und verfügt über ein grosses Entwicklungspotenzial, insbesondere in der verarbeitenden Industrie und im Dienstleistungssektor, das durch die Digitalisierung sowie die Zunahme wertschöpfungsintensiver Exporte unterstützt wird. Es bestehen jedoch weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen den städtischen Gebieten im Süden und den ländlichen Regionen. Ausserdem hat sich die Sicherheitslage im Norden des Landes aufgrund der Ausbreitung nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen aus dem Sahel verschlechtert. Die Verwundbarkeit des Landes gegenüber dem Klimawandel birgt zudem das Risiko, dass sich bestehende Konfliktfaktoren verschärfen.

Benin ist seit 1981 ein Partnerland der Schweiz, die für ihr Fachwissen, ihren auf die lokalen Bedürfnisse fokussierten Ansatz, ihre Zuverlässigkeit und ihr langfristiges Engagement geschätzt wird. Zur Förderung einer nachhaltigen und inklusiven Entwicklung konzentriert die Schweiz ihr Engagement im Zeitraum 2026–2029 auf die Bereiche Gouvernanz und Wirtschaft. Dabei integriert sie auch die Themen sozialer Zusammenhalt, Konfliktprävention, Anpassung an den Klimawandel und Geschlechtergleichstellung.

Gouvernanz und Frieden

Mit ihrem Engagement in Benin setzt sich die Schweiz für die Stärkung eines leistungsfähigen, offenen und partizipativen Regierungssystems zur Förderung des Friedens auf lokaler und nationaler Ebene ein. Die Unterstützung der Dezentralisierung und das Engagement für mehr Rechenschaftspflicht werden weitergeführt, um den Zugang der Bevölkerung zu grundlegenden Dienstleistungen zu verbessern, den sozialen Zusammenhalt zu fördern und Konflikten vorzubeugen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung der Zivilgesellschaft und der Medien, um Plattformen für Dialog, Rechenschaftspflicht und öffentliche Debatten zu fördern.

Synergien mit grenzüberschreitenden Gouvernanzaktivitäten werden gestärkt, so etwa die Zusammenarbeit zwischen Lokalregierungen und gemeinschaftlichen Medien im Hinblick auf Investitionen, die der Bevölkerung zugutekommen. Die Schweiz verfolgt die Entwicklung der Sicherheitslage im Norden des Landes, damit sie gerüstet ist, um den kontinuierlichen Zugang der Bevölkerung zu grundlegenden Dienstleistungen, einschliesslich des sozialen Schutzes, zu gewährleisten. Zudem will die Schweiz ihr Programm zur Stärkung der politischen Partizipation der Frauen ausbauen, damit diese in der Politik besser vertreten sind.

Wirtschaft und Stärkung von Kompetenzen

Die lokale Wirtschaft wird auf integrative Weise angekurbelt durch die Förderung von Kompetenzen, unternehmerischen Initiativen und wirtschaftlichen Chancen für junge Menschen und Frauen, vor allem im Norden Benins. Die Schweiz konzentriert ihre Unterstützung auf die Berufsbildung, einschliesslich der Förderung berufsbezogener Kompetenzen, und setzt sich für die Verwendung der Landessprachen ein. Die systemische Unterstützung lokaler Akteure fördert kommunale Investitionen – auch des lokalen Privatsektors – in strukturelle Massnahmen zugunsten von agrar- und weidewirtschaftlichen Gemeinschaften zur Schaffung tragfähiger und nachhaltiger wirtschaftlicher Möglichkeiten für junge Menschen, was eine Voraussetzung für einen Abbau der Konflikte ist.

Die Unterstützung des agrarökologischen Wandels und die Einführung einer landwirtschaftlichen Klimaversicherung sind innovative Schlüsselprogramme zur Stärkung der Resilienz bäuerlicher Familienbetriebe gegenüber dem Klimawandel. Diese Programme sollen auf die regionalen und globalen Aktivitäten in den Bereichen Agrarforschung und innovative Finanzierungen abgestimmt werden. Eine ergänzende Komponente ist die Stärkung von Wertschöpfungsketten in den von der Schweiz unterstützten prioritären Landwirtschaftssektoren. Der Zugang zu Finanzmitteln wird erleichtert, wobei der Schwerpunkt auf der finanziellen Inklusion und der Mobilisierung privater und öffentlicher Mittel liegt. Der Förderung lokaler Materialien und erneuerbarer Energien gilt dabei besondere Aufmerksamkeit.

Herangehensweise und Partner

Das Schweizer Kooperationsprogramm 2026–2029 für Benin richtet sich gemäss dem Prinzip «niemanden zurücklassen» vorrangig an Jugendliche, Frauen und gefährdete Bevölkerungsgruppen. Die Schweiz achtet bei allen ihren Programmen auf einen konfliktsensitiven Ansatz, die Geschlechtergleichstellung und die Anpassung an den Klimawandel. Sie setzt auf eine Vielzahl von Partnerschaften und Modalitäten auf nationaler und lokaler Ebene, um sich an die sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen und die Eigenverantwortung der lokalen Akteure zu stärken. Partnerschaften mit beninischen Organisationen werden gefördert, ebenso wie Massnahmen zur Stärkung lokaler Akteure im Einklang mit den Prioritäten des Landes. Schliesslich führt die Schweiz ihre Bemühungen in den Bereichen politischer Dialog und Koordination weiter, um zur Armutsbekämpfung und zur nachhaltigen Entwicklung in Benin beizutragen.

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