Burkina Faso
Die Schweiz will in Burkina Faso zu einem dauerhaften Frieden beitragen. Sie setzt sich für den Schutz der Bevölkerung, die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und die Schaffung wirtschaftlicher Perspektiven ein, vor allem für junge Menschen und für Frauen. Angesichts der anhaltenden Fragilität, aber auch der hohen Widerstandsfähigkeit ist das Engagement der Schweiz verantwortungsvoll, pragmatisch und auf konkrete Ergebnisse für die Bevölkerung ausgerichtet.

Kontext Burkina Faso
In den vergangenen zehn Jahren war Burkina Faso von politischen, sozialen und sicherheitspolitischen Spannungen geprägt. Das führte zu massiven Fluchtbewegungen und einem eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheit und Wasser. Die politischen Veränderungen im Jahr 2022 und der Austritt aus der Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (ECOWAS) im Jahr 2024 wirkten sich auf das regionale Gleichgewicht aus. Trotz dieser Herausforderungen erweist die burkinische Bevölkerung dank der Solidarität der Gemeinschaften und lokaler Initiativen eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Die Schweiz erachtet eine langfristige Begleitung als zentral und setzt ihre Präsenz und ihr Engagement in diesem anspruchsvollen Umfeld fort.
Mit dem Kooperationsprogramm 2026–2029 bekräftigt die Schweiz somit ihr Engagement und verdeutlicht ihre Fähigkeit, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Sie begleitet die Bemühungen um einen dauerhaften Frieden, stärkt den Schutz der Bevölkerung und trägt zur Schaffung wirtschaftlicher Perspektiven bei.
Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen
Die Schweiz stellt den Schutz der Bevölkerung ins Zentrum ihres Engagements. Sie fördert Nothilfemechanismen, die in kritischen Situationen rasche Massnahmen ermöglichen, um die gefährdetsten Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Prävention und den Massnahmen im Bereich Gewalt, insbesondere geschlechtsspezifischer Gewalt, sowie der Sensibilisierung für humanitäre Grundsätze und Grundrechte.
Gleichzeitig trägt die Schweiz zur Bildungskontinuität in den krisenbetroffenen Gebieten bei, indem sie die Bildung in Notsituationen und die Schaffung von sicheren Lernräumen unterstützt. Das wahrt die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen und fördert ein geschütztes Umfeld. Mit ihrem Engagement stärkt die Schweiz die Achtung der Menschenrechte, die Menschenwürde und die Wirksamkeit der humanitären Hilfe.
Gouvernanz und Frieden
Durch die Förderung der lokalen Gouvernanz und der Kapazitäten der Gebietskörperschaften trägt die Schweiz dazu bei, den gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern und das Vertrauen zwischen Bevölkerung und Institutionen zu stärken. Zudem fördert das Programm gemeinschaftliche Mechanismen zur Prävention und friedlichen Beilegung von Konflikten sowie die Mediation und den sozialen Dialog als zentrale Elemente zur Wahrung des sozialen Zusammenhalts in einem fragilen Kontext.
Darüber hinaus begleitet die Schweiz nationale Akteure, die sich für die Förderung der Menschenrechte und die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit einsetzen. Sie unterstützt Initiativen zur Konsolidierung von Rechenschaftspflicht, Transparenz und Bürgerbeteiligung und erhöht dadurch die Inklusivität und Legitimität der Institutionen. Dieses Engagement steht im Einklang mit der Aussicht auf einen dauerhaften Frieden, der auf funktionierenden Institutionen, der Einbindung der Gemeinschaften und erneuerten Vertrauensbeziehungen basiert.
Soziale und wirtschaftliche Chancen
Der dritte Schwerpunkt des Programms schafft konkrete wirtschaftliche Perspektiven, insbesondere für junge Menschen und für Frauen, die stark von der Krise betroffen sind und denen nicht genügend Chancen offenstehen. Die Schweiz setzt auf Berufsbildung, Unternehmertum und den Zugang zu Finanzmitteln, um die lokale Wirtschaft und die Schaffung neuer Erwerbsmöglichkeiten zu unterstützen. Sie fördert die Entwicklung zukunftsreicher Berufsfelder, insbesondere in der Landwirtschaft, der Agrarökologie und in grünen Berufen, und stärkt die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor. Diese Initiativen sollen nicht nur nachhaltige Arbeitsplätze schaffen, sondern auch zur Ernährungssicherheit und zur Widerstandsfähigkeit der Menschen gegenüber wirtschaftlichen und klimatischen Schocks beitragen.
Diese drei Schwerpunkte umfassen transversal den Kampf gegen den Klimawandel, die Geschlechtergleichheit und die Bürgerbeteiligung.
Ansatz und wichtigste Partner
Die Schweiz achtet auf einen Ansatz, der auf Partnerschaft, Zuhören und der Nähe zu den nationalen Akteuren beruht. Sie arbeitet mit zentralen und lokalen Behörden, Gebietskörperschaften, der Zivilgesellschaft, Gemeinschaftsorganisationen, humanitären und Entwicklungsakteuren sowie multilateralen Organisationen zusammen.
Diese inklusive Zusammenarbeit ermöglicht es, die Massnahmen an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen und die lokale Dynamik sowie die spezifischen Bedürfnisse der Bevölkerung zu berücksichtigen, namentlich jene der besonders gefährdeten Gruppen. Mit dem Triple Nexus (humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung) kann kohärent, komplementär und gezielt auf den komplexen burkinischen Kontext eingegangen werden. Gleichzeitig erlaubt es der Nexus-Ansatz, auf die unmittelbaren Bedürfnisse und die eigentlichen Ursachen der Fragilität zu reagieren und die lokalen Kapazitäten und die Resilienz der Gemeinschaften zu stärken.
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