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MitteilungVeröffentlicht am 1. Mai 2026

Westbalkan-Woche: Drei Länder, drei Kooperationsprogramme

Vom 27. bis 29. April 2026 hat die Schweiz ihre langjährige Zusammenarbeit im Westbalkan präsentiert. DEZA-Direktorin Patrizia Danzi stellte in Kosovo das neue Kooperationsprogramm vor. Bundespräsident Guy Parmelin lancierte in Serbien das Kooperationsprogramm 2026–2029 und besuchte Nordmazedonien als erster Bundespräsident seit der Unabhängigkeit 1991.

Eine Frau spricht an einem Rednerpult vor einer Bildwand mit der Aufschrift Swiss Cooperation Programme in Kosovo 2026–2029.

Vom 27. bis 29. April 2026 stand der Westbalkan im Zentrum der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. An drei aufeinanderfolgenden Tagen fanden in Kosovo, Serbien und Nordmazedonien Veranstaltungen statt, die die langjährige Zusammenarbeit der Schweiz in der Region hervorhoben und den Blick auf die zukünftige Zusammenarbeit mit den Ländern des Westbalkans richteten.

Kosovo: Partnerschaft mit Wirkung in allen 38 Gemeinden

Am 27. April stellte DEZA-Direktorin Patrizia Danzi in Pristina das neue Kooperationsprogramm 2026–2029 im Umfang von CHF 64.5 Mio. vor. Das Programm baut auf einer Zusammenarbeit auf, die 1998 mit humanitärer Hilfe begann und sich seither zu einer breiten Partnerschaft entwickelt hat. Im Zentrum stehen Reformprozesse mit Blick auf die europäische Integration und die Annäherung an europäische Standards und Werte. Inhaltlich umfasst das Programm demokratische Regierungsführung, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung sowie Klimawandel, Wasser und Gesundheit.

Die Fortschritte sind greifbar. Das gemeinsam von der Schweiz, der Europäischen Union und Schweden unterstützte Programm zur leistungsbasierten Gemeindefinanzierung (Municipal Performance Grant) hat die Zufriedenheit der Bevölkerung mit den kommunalen Dienstleistungen deutlich erhöht. Über 740'000 Bürgerinnen und Bürger haben profitiert; in 33 Gemeinden wurden 376 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 46 Millionen Euro umgesetzt. Bürgerbeteiligung und zivilgesellschaftliches Engagement sind gewachsen, das Vertrauen in öffentliche Institutionen ist gestiegen. Auch die Antikorruptionsmechanismen wurden gestärkt: Kosovos Wert im Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International stieg zwischen 2020 und 2024 von 36 auf 44.

Diese Fortschritte sind in erster Linie Errungenschaften Kosovos. Die Schweiz hat sie mit Kompetenzaufbau und fachlicher Expertise begleitet. Die Regierung hat das System der leistungsbasierten Gemeindefinanzierung in ihre eigene Verwaltung integriert und finanziert es mit eigenen Mitteln mit.

Serbien: Neues Programm für Wirtschaft, Gouvernanz und Klima

Am 28. April lancierte Bundespräsident Guy Parmelin in Belgrad das neue Kooperationsprogramm 2026–2029 im Umfang von 87 Millionen Franken. Die Lancierung fiel zusammen mit dem 110-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Serbien.

Bundespräsident Guy Parmelin spricht an einem Rednerpult; im Hintergrund eine Leinwand mit dem Schriftzug «President of the Swiss Confederation H.E. Guy Parmelin».

Das Programm setzt auf drei Pfeiler: wirtschaftliche Entwicklung mit Fokus auf Innovation und Berufsbildung, Klimaresilienz und nachhaltige Stadtentwicklung sowie die Stärkung lokaler Regierungsführung und Zivilgesellschaft. In den vergangenen Jahren hat die Schweiz die kommunale Dienstleistungserbringung in zahlreichen Gemeinden verbessert, lokalen Unternehmen den Zugang zu internationalen Märkten erleichtert und über 240 Technologieunternehmen im Schweiz-unterstützten Science and Technology Park Belgrad begleitet. Arbeitsmarktprogramme haben 12'000 junge Frauen und Männer erreicht.

Im Rahmen des Besuchs wurde zudem ein SECO-Innovationsabkommen im Umfang von 10 Millionen Franken unterzeichnet.

Nordmazedonien: Historischer Erstbesuch

Am 29. April besuchte Bundespräsident Parmelin Nordmazedonien als erster Schweizer Bundespräsident seit der Unabhängigkeit des Landes 1991. Das Kooperationsprogramm 2025–2028 im Umfang von 56 Millionen Franken bildet das Rückgrat der bilateralen Beziehung. Die Schweiz arbeitet mit Nordmazedonien an Reformen im Bereich der Regierungsführung, der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung und des Umweltschutzes.

Präsidentin Gordana Siljanovska-Davkova begrüsst Bundespräsident Guy Parmelin mit Handschlag; daneben DEZA-Direktorin Patrizia Danzi und weitere Mitglieder der Schweizer Delegation; im Hintergrund mazedonische Flaggen.

Konkret begleitet die Schweiz das nordmazedonische Parlament seit 2010 bei der Stärkung seiner institutionellen Kapazität. Sie fördert duale Berufsbildung nach Schweizer Vorbild und setzt in der Bregalnica-Region ein Naturschutzprogramm um, das Biodiversitätsschutz und wirtschaftliche Entwicklung verbindet.

Drei Länder, ein gemeinsamer Rahmen

Die drei Programme zeigen den partnerschaftlichen Ansatz der Schweizer Zusammenarbeit im Westbalkan: Reformen begleiten, fachlichen Austausch fördern und Projekte mitfinanzieren, die Institutionen, sozialen Zusammenhalt, wirtschaftliche Perspektiven, ökologische Nachhaltigkeit und Friedensförderung stärken. Ziel ist, die europäische Integration der Region zu fördern und die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Die Programme werden gemeinsam von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und der Abteilung für Frieden und Menschenrechte (AFM) umgesetzt.

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