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Veröffentlicht am 14. April 2025

Bosnien und Herzegowina

Nach dem bewaffneten Konflikt von 1995 ist Bosnien und Herzegowina noch immer ein fragiler Staat mit komplexen politischen Strukturen. Die Schweiz unterstützt das Land auf seinem Weg zur europäischen Integration. Im Zentrum ihrer Bemühungen stehen die Förderung inklusiver politischer und sozialer Reformen mit dem Ziel, wirksame Institutionen und öffentliche Dienstleistungen aufzubauen, die Wirtschaftsentwicklung anzukurbeln und das Gesundheitswesen zu stärken. Darüber hinaus unterhalten die beiden Länder eine Migrationspartnerschaft.

Ein junger Mann bedient eine Produktionsmaschine in einem Industriebetrieb.

Kontext Bosnien und Herzegowina

Nach dem bewaffneten Konflikt von 1995 ist Bosnien und Herzegowina noch immer ein fragiler Staat mit einer komplexen politischen Struktur, bestehend aus zwei Entitäten: der Föderation Bosnien und Herzegowina und der Republika Srpska. Geteilte Zuständigkeiten zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen und politische Differenzen erschweren das Funktionieren der Verwaltung, aber auch die Aussöhnung und den Staatsaufbau.

2016 erhielt Bosnien und Herzegowina den Status eines Kandidaten für den Beitritt zur Europäischen Union (EU), und im März 2024 wurde die bedingte Aufnahme von Verhandlungen beschlossen. Bosnien und Herzegowina ist jedoch noch immer von ethnischen Konflikten geprägt, welche die Reformen bremsen. Die Wirtschaft kämpft mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit, erheblichen ökonomischen Ungleichgewichten und einer starken Abwanderung, insbesondere von jungen Menschen. Es liegt im Interesse der Schweiz, zur Stabilität und zum Wohlstand von Bosnien und Herzegowina beizutragen. Die Schweiz unterstützt das Land entsprechend seinen Bedürfnissen und ihrer eigenen Kernkompetenzen in bestimmten Bereichen, die im Einklang mit den Prioritäten der Regierung des Landes in Bezug auf sozioökonomische Reformen und den EU-Beitritt stehen.

Wirtschaftsentwicklung und Migration

Die Schweiz fördert Voraussetzungen für Investitionen, die Entwicklung des Privatsektors, die Schaffung von Arbeitsplätzen und Nachhaltigkeit. Um die Jugendarbeitslosigkeit zu senken, unterstützt sie die Berufsbildung, indem sie diese arbeitsmarktorientiert gestaltet, wobei sie den Schwerpunkt auf Lehre und Mentoring im Rahmen einer engen Partnerschaft zwischen Behörden, Bildungseinrichtungen und Unternehmen setzt.

Die Schweiz und Bosnien und Herzegowina arbeiten im Rahmen der 2009 abgeschlossenen Migrationspartnerschaft zusammen. Die Schweiz unterstützt Bosnien und Herzegowina bei der Verbesserung der Grenzverwaltung, der Prävention von irregulärer Migration, dem Schutz der Rechte von Migrantinnen und Migranten und deren Zugang zur lokalen Gesundheitsversorgung. Auch bei der Förderung des Transfers von Wissen, Ressourcen, Investitionen und Geldüberweisungen der bosnisch-herzegowinischen Diaspora arbeiten beide Länder zusammen.

Lokale Gouvernanz

Die Schweiz unterstützt Bosnien und Herzegowina beim Aufbau transparenter Institutionen, die den Zugang zu hochwertigen öffentlichen Dienstleistungen ermöglichen. Sie legt den Schwerpunkt auf die aktive und systematische Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Entscheidungsprozessen, speziell von sozial ausgegrenzten Menschen. Die Interventionen betreffen unter anderem die sichere und zuverlässige Versorgung mit sauberem Trinkwasser durch modernisierte und gut verwaltete Wasserversorgungssysteme, die landesweite Verbesserung des Katastrophenrisikomanagements und den Zugang zu erneuerbaren Energiequellen. Darüber hinaus werden zivilgesellschaftliche Organisationen im Dialog mit den Behörden unterstützt. Dies fördert das Vertrauen in demokratische Prozesse und Institutionen.

Gesundheit

Ziel der Schweiz ist es, den allgemeinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung auf Dauer zu gewährleisten und den Menschen das für eine gesündere Lebensweise notwendige Wissen zu vermitteln. Bei ihren Bemühungen konzentriert sie sich auf die Stärkung der Krankenpflege und die Prävention nichtübertragbarer Krankheiten zur langfristigen Senkung der Gesundheitskosten. Im Bereich der psychischen Gesundheit in den Gemeinden führt die Schweiz zudem Massnahmen zur Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung durch.

Ansatz und wichtigste Partner

Die in Bosnien und Herzegowina tätigen Schweizer Akteure sind das Staatssekretariat des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), das Staatssekretariat für Migration (SEM) und das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) über die Entsendung eines Militärkontingents an die EU-Streitkräfte in Bosnien und Herzegowina.

Die wichtigsten Partner der Schweiz in Bosnien und Herzegowina sind:

  • Schweizer Partnerorganisationen: Helvetas, Caritas und das Schweizerische Rote Kreuz (SRK);
  • Schweizer Partner: bestimmte Schweizer Städte und Kantone (zum Beispiel Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich), Spitäler (zum Beispiel Universitätsspital Genf);
  • Multilaterale Organisationen: das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), die Weltbank, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die Internationale Finanz-Corporation (IFC);
  • Nationale Partner: Entitäten, regionale und lokale Verwaltungen (Behörden, Kantone, Gemeinden), zivilgesellschaftliche Organisationen;
  • Privatwirtschaftliche Akteure;
  • Kofinanzierungspartner: Schweden, Deutschland, die Tschechische Republik und die EU.

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