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Veröffentlicht am 9. April 2025

Mekong-Region: Kambodscha, Demokratische Volksrepublik Laos

Die Schweiz setzt sich in Kambodscha und in Laos für eine nachhaltige Entwicklung und demokratische Strukturen ein, indem sie Projekte zur Klimaanpassung, Bürgerbeteiligung und wirtschaftlichen Inklusion unterstützt.

Ein laotischer Imker zeigt die Waben seines Bienenstocks.

Kontext Mekong-Region: Kambodscha, Demokratische Volksrepublik Laos

Trotz des hohen Wirtschaftswachstums seit Anfang der 2000er Jahre, das in den Mekong-Ländern zu Fortschritten bei der Armutsbekämpfung geführt hat, nimmt die Ungleichheit zu. Vor allem die ländliche Bevölkerung ist davon betroffen. Die Covid-19-Pandemie hat eine schwere sozioökonomische Krise ausgelöst. Unter dem Wirtschaftsmodell, das auf einer nicht nachhaltigen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen basiert, leiden vor allem die schwächsten Bevölkerungsgruppen wie Frauen, ethnische Minderheiten und Menschen in abgelegenen Gebieten.

Das Schweizer Kooperationsprogramm in der Mekong-Region 2022-2026 hat zum Ziel, die Einkommenssituation von jungen Menschen, Frauen und benachteiligten Gruppen zu verbessern und deren Einbezug in Entwicklungsprozesse zu fördern. Durch die Stärkung lokaler Regierungsstrukturen und geeigneter politischer Massnahmen sollen die Lebensbedingungen verbessert werden.

Klimawandel und natürliche Ressourcen

Ziel der Schweiz ist es, die Widerstandsfähigkeit der Menschen gegenüber Naturkatastrophen und Klimawandel zu stärken, einen gerechten Zugang zu natürlichen Ressourcen zu gewährleisten und deren nachhaltige Bewirtschaftung zu fördern: In Kambodscha unterstützt die Schweiz Kleinbauernfamilien mit Fachwissen zu nachhaltiger Wassernutzung und Bewässerungsmanagement, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimawandel und Naturkatastrophen zu stärken. Rund 150’000 Menschen werden in nachhaltigem Anbau und integrierter ökologischer Landwirtschaft geschult und erhalten einen besseren Zugang zu Technologien und Dienstleistungen. In Laos verursachte ein Dammbruch im Jahr 2018 die grösste von Menschen verursachte Überschwemmungskatastrophe in der Geschichte des Landes. Die Schweiz stellt ihr Fachwissen im Staudammbau zur Verfügung, um die rechtlichen und institutionellen Voraussetzungen des Landes für die Sicherheit von Staudämmen zu stärken und an internationale Standards anzupassen. Damit trägt sie zum Schutz der flussabwärts gelegenen Bevölkerung, zur Sicherheit der Energieproduktion und zur Nachhaltigkeit der Infrastruktur bei. Auf regionaler Ebene unterstützt die Schweiz die zwischenstaatliche Behörde Mekong River Commission (MRC). Als Kompetenzzentrum und regionale Dialogplattform im Wasserbereich hat die MRC die nachhaltige Entwicklung und Bewirtschaftung der Wasserressourcen im Einzugsgebiet des Mekong zum Ziel.

Gouvernanz und Bürgerbeteiligung

Die Schweiz setzt sich für eine effiziente und verantwortungsvolle Leistungserbringung und für die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Politik ein. In Kambodscha unterstützt die Schweiz ein Projekt zur Verbesserung der Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger. Das Projekt hat zum Ziel, den Zugang aller Bürgerinnen und Bürger zu sozial gerechten und integrativen öffentlichen Dienstleistungen durch zentrale Anlaufstellen nach dem One-Stop-Shop-Konzept zu fördern und die kommunale Wasser- und Abfallbewirtschaftung zu verbessern. Die Schweiz beteiligt sich zudem an der Finanzierung der Spitäler von Kantha Bopha, in denen rund 80% der Kinder des Landes behandelt werden. Die demokratische Partizipation ist in Laos eine Herausforderung. Die Schweiz unterstützt laotische zivilgesellschaftliche Organisationen dabei, sich am Entwicklungsprozess des Landes zu beteiligen und mit der Nationalversammlung zusammenzuarbeiten, um lokale Erfahrungen, Wissen und die Stimme der Bürgerinnen und Bürger einzubringen. Auf regionaler Ebene leistet die Schweiz einen Beitrag zur Verbesserung der Landgouvernanz. Landenteignungen sind eine der Hauptursachen für neue Armut und Ernährungsunsicherheit. Das Programm fördert Massnahmen und Praktiken zur Schaffung sicherer Landbesitzverhältnisse für Familienbetriebe.

Inklusive Wirtschaftsentwicklung

Die Unterstützung der Schweiz zielt darauf ab, die Beschäftigungs- und Einkommenssituation zu verbessern, damit die Menschen besser gegen Wirtschaftskrisen gewappnet sind. In Kambodscha besteht die grösste Herausforderung darin, menschenwürdige und produktive Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen zu schaffen, die neu in den Arbeitsmarkt eintreten. Die Schweiz unterstützt ein Jugendbeschäftigungsprogramm der Vereinten Nationen (UNO). Sie fördert damit den Zugang von jungen Menschen zu Qualifikationen, einer qualitativ hochstehenden Ausbildung und der Teilnahme am Arbeitsmarkt und setzt sich für faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen ein. In Laos ist der Tourismus der Sektor mit dem grössten Potenzial zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Schweiz unterstützt junge Menschen dabei, sich im Rahmen der dualen Berufsbildung die für das Gastgewerbe relevanten Kompetenzen anzueignen. Auf regionaler Ebene ist die Arbeitsmigration für Arbeitslose in der Mekong-Region eine wichtige Strategie, um der Armut zu entkommen und wirtschaftlich Fuss zu fassen. Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass Arbeitsmigrantinnen und -migranten aus Kambodscha, Laos und Myanmar in Thailand sowie rückkehrende Migrantinnen und Migranten eine menschenwürdige Arbeit finden.

Ansatz und wichtigste Partner

Das Schweizer Kooperationsprogramm in der Mekong-Region 2022-2026 beinhaltet eine Mischung von Modalitäten, darunter Mandate, die eine starke Sichtbarkeit und Schweizer Expertise ermöglichen, sowie Beiträge an Programme anderer Entwicklungspartner und internationaler Organisationen.

Die wichtigsten Partner der Schweiz in der Mekong-Region sind:

  • Schweizer Partner: Helvetas Intercooperation, Swisscontact, das Interdisziplinäre Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern, die Stiftung Kantha Bopha und das Schweizerische Rote Kreuz (SRK);
  • Lokale Ministerien sowie Provinz- und Bezirksbehörden;
  • Regionale Partner: das Center for People and Forests, die MRC, das Land Equity International (LEI);
  • Lokale und internationale Nichtregierungsorganisationen (NGO): der World Wildlife Fund (WWF), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die niederländische Entwicklungsorganisation SNV, der internationale Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen OXFAM und das Asian Parliamentary Centre (PCAsia);
  • Bilaterale Geber: Deutschland, die nordischen Staaten, die Europäische Union (EU);
  • Multilaterale Organisationen: das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), die Internationale Organisation für Migration (IOM), die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank (AsDB).

Geschichten

DEZA-Direktorin Patrizia Danzi auf Visite im Kantha Bopha Spital in Siem Reap, Kambodscha.

26. November 2024

«Ein grosser Entwicklungsschritt»

«Die Überführung der Kantha Bopha-Spitäler in das kambodschanische Gesundheitssystem ist ein grosser Entwicklungsschritt», sagt DEZA-Direktorin Patricia Danzi.

Minenräumerin Leav Path von HALO Trust.

25. November 2024

Sind die Minen weg, explodiert die Entwicklung

Kambodscha gehört zu den am stärksten mit Landminen kontaminierten Staaten weltweit. Dank Schweizer Unterstützung kann das Land gesäubert und an die Bevölkerung zurückgegeben werden.

Innenansicht eine Mehrbettzimmers in einem Kantha Bopha Kinderspital mit Patienten und Pflegenden.

17. März 2023

Die DEZA unterstützt die Kantha Bopha Kinderspitäler in Kambodscha für weitere fünf Jahre

Die DEZA unterstützt die von Dr. Beat Richner gegründeten Kinderspitäler Kantha Bopha noch bis 2027.

Luftaufnahme der Delegationen aus Asien bei einem Staudamm.

16. September 2022

«Wir sind mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert wie die Schweiz»

Interview zum Thema Wassermanagement mit Phonepaseuth Phouliphanh, Generalsekretär des Nationalen Mekong-Ausschusses von Laos, anlässlich seines Besuchs in der Schweiz.

Die beiden asiatischen Delegationen posieren vor einem Staudamm in Martigny.

9. September 2022

Vom Mekong in die Schweiz: Wissensaustausch zwischen zwei «Wasserschlössern»

Vom 6. bis 9. September 2022 informierten sich zwei Delegationen aus Südostasien über die Erfahrungen der Schweiz im Bereich des grenzüberschreitenden Wassermanagements.

Zwei Personen lehnen sich an eine Brückenmauer und schauen auf eine Gruppe von Arbeitern, die im Fluss einen Sensor installieren.

13. Oktober 2021

Hochwasserschutz in Kambodscha: Hoffnung für eine ganze Region

Aus Anlass des Internationalen Tags der Katastrophenvorsorge berichten wir über ein von der DEZA unterstütztes Frühwarnsystem in Kambodscha.

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DEZA / Süd- und Südostasien
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