Mekong-Region: Kambodscha, Demokratische Volksrepublik Laos
Die Schweiz setzt sich in Kambodscha und in Laos für eine nachhaltige Entwicklung und demokratische Strukturen ein, indem sie Projekte zur Klimaanpassung, Bürgerbeteiligung und wirtschaftlichen Inklusion unterstützt.
Kontext Mekong-Region: Kambodscha, Demokratische Volksrepublik Laos
Trotz des hohen Wirtschaftswachstums seit Anfang der 2000er Jahre, das in den Mekong-Ländern zu Fortschritten bei der Armutsbekämpfung geführt hat, nimmt die Ungleichheit zu. Vor allem die ländliche Bevölkerung ist davon betroffen. Die Covid-19-Pandemie hat eine schwere sozioökonomische Krise ausgelöst. Unter dem Wirtschaftsmodell, das auf einer nicht nachhaltigen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen basiert, leiden vor allem die schwächsten Bevölkerungsgruppen wie Frauen, ethnische Minderheiten und Menschen in abgelegenen Gebieten.
Das Schweizer Kooperationsprogramm in der Mekong-Region 2022-2026 hat zum Ziel, die Einkommenssituation von jungen Menschen, Frauen und benachteiligten Gruppen zu verbessern und deren Einbezug in Entwicklungsprozesse zu fördern. Durch die Stärkung lokaler Regierungsstrukturen und geeigneter politischer Massnahmen sollen die Lebensbedingungen verbessert werden.
Klimawandel und natürliche Ressourcen
Ziel der Schweiz ist es, die Widerstandsfähigkeit der Menschen gegenüber Naturkatastrophen und Klimawandel zu stärken, einen gerechten Zugang zu natürlichen Ressourcen zu gewährleisten und deren nachhaltige Bewirtschaftung zu fördern: In Kambodscha unterstützt die Schweiz Kleinbauernfamilien mit Fachwissen zu nachhaltiger Wassernutzung und Bewässerungsmanagement, um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimawandel und Naturkatastrophen zu stärken. Rund 150’000 Menschen werden in nachhaltigem Anbau und integrierter ökologischer Landwirtschaft geschult und erhalten einen besseren Zugang zu Technologien und Dienstleistungen. In Laos verursachte ein Dammbruch im Jahr 2018 die grösste von Menschen verursachte Überschwemmungskatastrophe in der Geschichte des Landes. Die Schweiz stellt ihr Fachwissen im Staudammbau zur Verfügung, um die rechtlichen und institutionellen Voraussetzungen des Landes für die Sicherheit von Staudämmen zu stärken und an internationale Standards anzupassen. Damit trägt sie zum Schutz der flussabwärts gelegenen Bevölkerung, zur Sicherheit der Energieproduktion und zur Nachhaltigkeit der Infrastruktur bei. Auf regionaler Ebene unterstützt die Schweiz die zwischenstaatliche Behörde Mekong River Commission (MRC). Als Kompetenzzentrum und regionale Dialogplattform im Wasserbereich hat die MRC die nachhaltige Entwicklung und Bewirtschaftung der Wasserressourcen im Einzugsgebiet des Mekong zum Ziel.
Gouvernanz und Bürgerbeteiligung
Die Schweiz setzt sich für eine effiziente und verantwortungsvolle Leistungserbringung und für die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Politik ein. In Kambodscha unterstützt die Schweiz ein Projekt zur Verbesserung der Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger. Das Projekt hat zum Ziel, den Zugang aller Bürgerinnen und Bürger zu sozial gerechten und integrativen öffentlichen Dienstleistungen durch zentrale Anlaufstellen nach dem One-Stop-Shop-Konzept zu fördern und die kommunale Wasser- und Abfallbewirtschaftung zu verbessern. Die Schweiz beteiligt sich zudem an der Finanzierung der Spitäler von Kantha Bopha, in denen rund 80% der Kinder des Landes behandelt werden. Die demokratische Partizipation ist in Laos eine Herausforderung. Die Schweiz unterstützt laotische zivilgesellschaftliche Organisationen dabei, sich am Entwicklungsprozess des Landes zu beteiligen und mit der Nationalversammlung zusammenzuarbeiten, um lokale Erfahrungen, Wissen und die Stimme der Bürgerinnen und Bürger einzubringen. Auf regionaler Ebene leistet die Schweiz einen Beitrag zur Verbesserung der Landgouvernanz. Landenteignungen sind eine der Hauptursachen für neue Armut und Ernährungsunsicherheit. Das Programm fördert Massnahmen und Praktiken zur Schaffung sicherer Landbesitzverhältnisse für Familienbetriebe.
Inklusive Wirtschaftsentwicklung
Die Unterstützung der Schweiz zielt darauf ab, die Beschäftigungs- und Einkommenssituation zu verbessern, damit die Menschen besser gegen Wirtschaftskrisen gewappnet sind. In Kambodscha besteht die grösste Herausforderung darin, menschenwürdige und produktive Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen zu schaffen, die neu in den Arbeitsmarkt eintreten. Die Schweiz unterstützt ein Jugendbeschäftigungsprogramm der Vereinten Nationen (UNO). Sie fördert damit den Zugang von jungen Menschen zu Qualifikationen, einer qualitativ hochstehenden Ausbildung und der Teilnahme am Arbeitsmarkt und setzt sich für faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen ein. In Laos ist der Tourismus der Sektor mit dem grössten Potenzial zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Schweiz unterstützt junge Menschen dabei, sich im Rahmen der dualen Berufsbildung die für das Gastgewerbe relevanten Kompetenzen anzueignen. Auf regionaler Ebene ist die Arbeitsmigration für Arbeitslose in der Mekong-Region eine wichtige Strategie, um der Armut zu entkommen und wirtschaftlich Fuss zu fassen. Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass Arbeitsmigrantinnen und -migranten aus Kambodscha, Laos und Myanmar in Thailand sowie rückkehrende Migrantinnen und Migranten eine menschenwürdige Arbeit finden.
Ansatz und wichtigste Partner
Das Schweizer Kooperationsprogramm in der Mekong-Region 2022-2026 beinhaltet eine Mischung von Modalitäten, darunter Mandate, die eine starke Sichtbarkeit und Schweizer Expertise ermöglichen, sowie Beiträge an Programme anderer Entwicklungspartner und internationaler Organisationen.
Die wichtigsten Partner der Schweiz in der Mekong-Region sind:
- Schweizer Partner: Helvetas Intercooperation, Swisscontact, das Interdisziplinäre Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern, die Stiftung Kantha Bopha und das Schweizerische Rote Kreuz (SRK);
- Lokale Ministerien sowie Provinz- und Bezirksbehörden;
- Regionale Partner: das Center for People and Forests, die MRC, das Land Equity International (LEI);
- Lokale und internationale Nichtregierungsorganisationen (NGO): der World Wildlife Fund (WWF), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die niederländische Entwicklungsorganisation SNV, der internationale Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen OXFAM und das Asian Parliamentary Centre (PCAsia);
- Bilaterale Geber: Deutschland, die nordischen Staaten, die Europäische Union (EU);
- Multilaterale Organisationen: das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), die Internationale Organisation für Migration (IOM), die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die Weltbank, die Asiatische Entwicklungsbank (AsDB).
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