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Veröffentlicht am 1. Juni 2026

Südsudan

Die Schweiz unterstützt den Südsudan bei der Bewältigung humanitärer Herausforderungen, der Stärkung der Ernährungs- und Existenzsicherung und in den Bereichen Schutz und sozialer Zusammenhalt. Mit ihrem integrierten Ansatz, der humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung verbindet, trägt sie zur Resilienzförderung und zur Umsetzung nachhaltiger Lösungen in dem von Konflikt, Vertreibung und klimabedingten Schocks geprägten Land bei.

Teilnehmende am Kulturfestival zur Förderung des sozialen Zusammenhalts und des friedlichen Zusammenlebens in Torit im Bundesstaat Ost-Äquatoria.

Kontext Südsudan

Nach Jahrzehnten des Konflikts und politischer Instabilität steht der Südsudan vor grossen humanitären, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen. Das Land leidet seit seiner Unabhängigkeit im Jahr 2011 unter wiederkehrender Gewalt, schwachen Institutionen und einer ungenügenden Grundversorgung. Der 2023 ausgebrochene Konflikt im benachbarten Sudan hat die Lage durch Vertreibungen, wirtschaftliche Probleme und einen erhöhten Bedarf an humanitärer Hilfe weiter verschärft. Klimabedingte Schocks wie Überschwemmungen und Dürren untergraben die Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherheit zusätzlich.

Die Schweiz ist seit 2006 im Südsudan präsent und unterhält ein Kooperationsbüro in Juba. Im Rahmen ihres Kooperationsprogramms 2026–2029 kombiniert sie humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung, um Resilienz, Schutz und nachhaltige Lebensgrundlagen zu fördern.

Ernährungssicherheit und Existenzsicherung

Der Südsudan gehört zu den Ländern, die am stärksten von Ernährungsunsicherheit betroffen sind. Die Schweiz unterstützt die Nahrungsmittelsoforthilfe, fördert aber auch langfristige Erwerbsmöglichkeiten, etwa durch landwirtschaftliche Ausbildungen und die Unterstützung von bäuerlichen Genossenschaften, Viehzucht und Kleinunternehmen. Besonders gefördert werden junge Menschen und Unternehmerinnen, etwa durch Initiativen im Bereich finanzielle und digitale Kompetenzen und einen besseren Zugang zu Mikrokrediten. Ausserdem werden Massnahmen zur Klimaanpassung wie Aufforstung, Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und Frühwarnsysteme unterstützt. Durch die Verknüpfung von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit trägt die Schweiz dazu bei, die Resilienz zu fördern und die Abhängigkeit von Hilfe zu verringern.

Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen und sozialer Zusammenhalt

Jahrelange Konflikte, Vertreibungen und schwache Gouvernanzstrukturen haben zu einer zunehmenden Gefährdung von Zivilpersonen, vor allem Frauen, Kindern und Flüchtlingen, geführt. Die Schweiz unterstützt gemeindebasierte Schutzinitiativen und fördert den sozialen Zusammenhalt durch Dialog, Mediation und lokale Mechanismen zur Friedenskonsolidierung. Thematisiert werden auch Themen wie sexuelle und genderspezifische Gewalt, Schutz von Kindern und psychosoziale Unterstützung für Opfer. Gemeinsam mit lokalen Friedenskommissionen und Basisorganisationen verbessert die Schweiz den Zugang zur Justiz und fördert die friedliche Beilegung von Konflikten um Land, Vieh und natürliche Ressourcen. Durch Sensibilisierungsarbeit und institutionelle Unterstützung trägt die Schweiz dazu bei, schützende Strukturen zu stärken und ein friedliches Zusammenleben zu fördern.

Sie setzt sich bei allen ihren Aktivitäten für gute Regierungsführung, Geschlechtergleichstellung und die Stärkung junger Menschen ein und fördert konfliktsensititve Ansätze und Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Ansatz und wichtigste Partner

Die Schweiz verfolgt einen integrierten Ansatz, der humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung verbindet. So können sowohl unmittelbare Bedürfnisse als auch die Ursachen von Fragilität und Konflikt angegangen werden. Alle von der Schweiz unterstützten Massnahmen beruhen auf einem konfliktsensitiven Programmmanagement und dem «Do no harm»-Grundsatz. Je nach Dynamik und Bedürfnissen vor Ort wird auch mit gebietsbezogenen Ansätzen gearbeitet, um die Koordination zu stärken und die Wirkung zu maximieren. Die Schweiz arbeitet eng mit internationalen und multilateralen Partnern zusammen und baut die Kooperationen mit lokalen Akteuren und Basisorganisationen aus. Das Programm wird in Übereinstimmung mit den aussenpolitischen Schwerpunkten der Schweiz und gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit anderen Bundesstellen umgesetzt.

Zu den wichtigsten Partnern der Schweiz gehören UNO-Organisationen, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), schweizerische und internationale NGO, lokale Organisationen der Zivilgesellschaft, Frauen- und Jugendorganisationen sowie lokale Behörden und Gruppen.

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