Bangladesch
In Bangladesch setzt sich die Schweiz für eine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung ein und verbessert die Einkommens- und Vermarktungsmöglichkeiten von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Sie fördert die Rechte und die Partizipation von Minderheiten und erbringt wichtige Dienstleistungen für besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen, namentlich für Flüchtlinge und Migranten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen.

Kontext Bangladesch
Bangladesch hat in den letzten Jahren ein beachtliches Wirtschaftswachstum erzielt und beeindruckende Fortschritte bei der Armutsbekämpfung gemacht. Das Land dürfte bald aus der Kategorie der am wenigsten entwickelten Länder herausfinden; allerdings steht Bangladesch weiterhin vor Herausforderungen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Neben knappen Ressourcen prägen zunehmend die negativen Auswirkungen des Klimawandels den Alltag.
Ziel der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit ist es, eine wohlhabendere, gerechtere und widerstandsfähigere Gesellschaft zu fördern. Im Rahmen des Schweizer Kooperationsprogramm 2026 – 2028 soll sie insbesondere die wirtschaftliche Resilienz fördern, den Zugang zur Grundversorgung für benachteiligte Bevölkerungsgruppen verbessern, zur Bewältigung von Klima- und Katastrophenrisiken beitragen und sich für menschenwürdige und nachhaltige Lösungen für die Rohingya-Flüchtlinge einsetzen.
Wirtschaftliche Entwicklung
Die Schweiz konzentriert sich vermehrt auf die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Sie fördert ein klimaresistentes, ökologisches und inklusives Engagement des Privatsektors in Landwirtschaft, Kleinindustrie und Dienstleistungen. Zum Programm gehören auch Handelserleichterungen und die Unterstützung des Finanzsektors durch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO).
Ein neuer Schwerpunkt ist das Engagement im Bereich der wirkungsorientierten Investitionen (Impact Investing Ecosystem): dadurch wurde erhebliches privates Kapital mobilisiert und die Lebensgrundlagen Tausender einkommensschwacher Menschen verbessert. Auf den erosionsgefährdeten Flussinseln steigerte die Schweizer Unterstützung das Einkommen der Bauernfamilien und stärkte ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaschocks. Die Schweiz unterstützte zudem wichtige Reformen des Finanzsektors, um die Wirtschaft Bangladeschs inklusiver, transparenter und nachhaltiger zu gestalten.
Demokratische Regierungsführung
Rechtsstaatlichkeit und gute Regierungsführung sind unabdingbar für Demokratie und politische Beteiligung. Die Schweiz fördert den Aufbau eines demokratischen Gemeinwesens, die Menschenrechte und eine gute Grundversorgung. Dazu gehört auch ein gezielter sozialer Schutz für besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen, damit niemand auf dem Weg zu einer prosperierenden Gesellschaft zurückgelassen wird. Der Stärkung der Zivilgesellschaft kommt grosse Bedeutung zu, um die notwendige politische und gesellschaftliche Kontrolle und Ausgewogenheit zu gewährleisten.
Die Schweiz arbeitet mit der Nationalen Wahlkommission von Bangladesch zusammen, um die Wählerregistrierung zu modernisieren, einen geschlechtersensiblen Wahlprozess zu entwickeln und die Wahlsicherheit zu stärken. Sie hat die lokale Regierungsführung und die Korruptionsbekämpfung verbessert, indem sie Bezirkskomitees in 48 der 64 Distrikte Bangladeschs und Hunderte von Bürgergruppen unterstützte.
Humanitäre Hilfe und Schutz von Migranten
Im humanitären Bereich ist die Schweiz ein verlässlicher Partner in der Rohingya-Hilfe und setzt sich für den Schutz von Flüchtlingen, die Unterstützung lokaler Gemeinschaften und die Förderung nachhaltiger Lösungen ein. Die Schweiz unterstützt UN-Hilfsorganisationen bei der Umsetzung der humanitären Reformen ("humanitarian reset") im grössten Flüchtlingslager der Welt in Cox’s Bazar.
Die Arbeitsmigration spielt für Bangladesch eine zentrale Rolle. Schweizer Projekte haben dazu beigetragen, Rücküberweisungen gezielter und nachhaltiger zu nutzen. Um die Arbeitsmigration besser zu steuern, führte die Schweiz zudem ein regionales Modell ein, das den Schutz von Wanderarbeiterinnen und -arbeitern stärkt. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern wurden gemeinschaftlich getragene Lösungen entwickelt, die Menschen bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen und dazu beitragen, Vertreibung zu verringern.
Flüchtlinge aus Myanmar
In Bangladesch leben rund eine Million Rohingya, Angehörige einer muslimischen Minderheit, die vor der Gewalt in Myanmar geflohen sind. Die grosse Mehrheit von ihnen kam nach den Angriffen und Vertreibungen im Jahr 2017 ins Land. Sie leben nun in 34 Lagern in der Grenzregion um Cox’s Bazar im grössten Flüchtlingslager der Welt unter nach wie vor prekären Lebensbedingungen. Der Militärputsch in Myanmar 2021 hat eine baldige Rückkehr der Flüchtlinge noch unwahrscheinlicher gemacht. Dies stellt die Behörden in Bangladesch und die Aufnahmegemeinden vor grosse Herausforderungen.
Die Schweiz hat zwischen 2017 und 2025 rund 60 Millionen Franken für die humanitäre Hilfe zugunsten der Flüchtlinge eingesetzt. Zehntausende Menschen haben dadurch Zugang zu Trinkwasser, Nahrung, Unterkünften und sanitären Anlagen erhalten. Bildung und Einkommen bleiben grosse Herausforderungen. Die Schweiz verfolgt in Bangladesch einen konsequenten Nexus-Ansatz, denn lang andauernde humanitäre Krisen wie die Rohingya-Flüchtlingskrise können nur bewältigt werden, wenn die humanitäre Hilfe durch Mittel der Entwicklungszusammenarbeit ergänzt und dabei Aufnahmegemeinden miteinbezogen werden.
Ansatz und wichtigste Partner
Im Bereich der Transversalthemen misst die Schweiz der Minderung der Auswirkungen des Klimawandels besondere Bedeutung bei, da Bangladesch eines der am stärksten von Klimaereignissen betroffenen Länder ist. In allen Projekten wird auf die Gleichstellung der Geschlechter und die soziale Inklusion geachtet.
Die wichtigsten Partner der Schweiz in Bangladesch sind:
- Nationale Ministerien: Aussen- und Finanzministerium, Ministerium für lokale Verwaltung; Ministerium für Bangladescherinnen und Bangladescher im Ausland;
- Lokale Regierungsinstitutionen;
- Lokale Organisationen der Zivilgesellschaft;
- Organisationen der Vereinten Nationen (UNO): Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR); Agentur für Migration (IOM); Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF); Entwicklungsprogramm (UNDP); Internationale Arbeitsorganisation (ILO); Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA); Agentur für Gleichstellung der Frauen (UN Women);
- Schweizerische und internationale Nichtregierungsorganisationen (NGO).
Links
- Bilaterale Beziehungen Schweiz–Bangladesch
- Starke Allianz: Schweizer NGO bündeln ihre Kräfte zur Bewältigung der Klimakrise in Bangladesch
- Auf alles vorbereitet: Wie präventive Hilfe Leben rettet
- 50 Jahre Schweiz–Bangladesch: gemeinsam unterwegs zu mehr Wohlstand
- Menschen mit Behinderungen sollen gehört werden – auch in der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit
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