Südkaukasus: Armenien, Aserbaidschan, Georgien
Ungelöste Konflikte, fragile Demokratien sowie Klima- und Naturrisiken beeinträchtigen die Sicherheit und Entwicklung im Südkaukasus. Das Schweizer Kooperationsprogramm 2026-2029 konzentriert sich auf die Förderung menschlicher Sicherheit und demokratischer Gouvernanz, der Resilienz gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen sowie einer inklusiven und nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung.

Kontext Südkaukasus
Die Aktivitäten der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz im Südkaukasus gehen auf die Hilfe nach dem verheerenden Erdbeben von 1988 in Armenien zurück. Seitdem gilt die Schweiz in der Region als vertrauenswürdige Partnerin. Ihr guter Ruf wird durch ihre Schutzmachtmandate gegenüber Georgien und Russland sowie durch die Zusammenarbeit mit Aserbaidschan in der Stimmrechtsgruppe in den Bretton-Woods-Institutionen und der Globalen Umweltfazilität (GEF) gestärkt. Mit ihrem regionalen Ansatz unterstützt die Schweiz in Armenien und Georgien die Förderung menschlicher Sicherheit und der demokratischen Gouvernanz, den Aufbau von Resilienz gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels sowie die Katastrophenvorsorge. Gleichzeitig trägt sie zur nachhaltigen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung ländlicher Regionen bei. In Aserbaidschan fokussiert sich die Schweiz auf ausgewählte regionale Projekte und auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Wirtschafts- und Finanzpolitik.
Menschliche Sicherheit und demokratische Gouvernanz
Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass die Bevölkerung – insbesondere auch Frauen und junge Menschen – Zugang zu relevanten Informationen erhält, ihre Stimme einbringen und aktiv an öffentlichen Entscheidprozessen teilnehmen kann. Auf lokaler Ebene unterstützt sie die Stärkung demokratischer Institutionen sowie deren Dialog mit der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor, um inklusivere Dienstleistungen zu fördern und das Vertrauen in die Behörden zu stärken. Dank der Schweizer Unterstützung der armenischen Territorialreform profitieren bereits 1.6 Millionen Menschen in 71 Gemeinden von verbesserten, staatlichen Dienstleistungen. 300'000 Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich aktiv an öffentlichen Entscheidungsprozessen. Darüber hinaus engagiert sich die Schweiz in der Konflikttransformation, fördert den Dialog in der Region und stärkt die Integration sowie die gesellschaftliche Teilhabe ethnischer und religiöser Minderheiten.
Klimaresilienz und nachhaltige Ressourcennutzung
Die Bergregion Südkaukasus ist zunehmend Risiken durch Naturkatastrophen und Auswirkungen des Klimawandels ausgesetzt. Die Schweiz unterstützt Gemeinden, Behörden und den Privatsektor bei Anpassung und Vorsorge und fördert Lösungen zum Schutz von Menschen und Ökosystemen. Sie stärkt die Kapazitäten nationaler und lokaler Institutionen in den Bereichen Klimainformation, Katastrophenvorsorge und Ressourcenmanagement. Im Rahmen der Entwicklung eines nationalen Frühwarnsystems, verfügen in Georgien dank Schweizer Unterstützung heute elf Gemeinden über Notfall-Managementpläne, während 45 besonders gefährdete Gemeinden von einem gemeinschaftlichen Katastrophenrisikomanagement profitieren. Durch den Transfer von Schweizer Expertise und Innovation sowie lokalen und regionalen Wissensaustausch trägt die Schweiz dazu bei, die Anfälligkeit gegenüber klimabedingten Risiken zu verringern und die nachhaltige Bewirtschaftung von Ökosystemen zu stärken.
Inklusive und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Die Schweiz bringt ihre Expertise gezielt ein, um eine inklusive und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung im Südkaukasus zu fördern. Im Fokus stehen die Entwicklung marktrelevanter Kompetenzen, der verbesserte Zugang von KMU zu Dienstleistungen, Kapital und Innovation sowie die Stärkung des wirtschaftlichen Umfelds. Dadurch werden die Beschäftigungsfähigkeit von Berufsbildungsabsolventinnen und -absolventen erhöht und neue, nachhaltige Einkommensmöglichkeiten geschaffen. Im Rahmen der von der Schweiz unterstützten Berufsbildungs-Reform in Georgien wurde in der Landwirtschaft ein duales Ausbildungssystem eingeführt, das Schulen und Betriebe miteinander verbindet. Davon profitierten bis anhin über 35’000 Menschen, der Anteil von Frauen erreichte 45 Prozent. Darüber hinaus unterstützt die Schweiz nationale Behörden und Zentralbanken bei der Stärkung wirtschaftlicher und finanzieller Rahmenbedingungen.
Ansatz und wichtigste Partner
Das Kooperationsprogramm Südkaukasus 2026-29 baut auf langjähriger Erfahrung auf: Nachhaltige Ergebnisse entstehen insbesondere dann, wenn Schweizer Wissen gezielt nationale Reformen unterstützt und die Bevölkerung, die Zivilgesellschaft und der Privatsektor aktiv eingebunden sind. Gouvernanz, Gleichstellung der Geschlechter, soziale Inklusion, Digitalisierung und Klimaresilienz werden transversal in alle Aktivitäten integriert.
Die Aktivitäten werden von der DEZA, der Abteilung Frieden und Menschenrechte (AFM) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) durchgeführt. Eine enge Zusammenarbeit findet auch mit dem Staatssekretariat für Migration und dem Bundesamt für Umwelt statt.
Die wichtigsten Partner der Schweiz im Südkaukasus sind:
- Bilaterale Entwicklungspartner;
- Multilaterale Organisationen;
- Lokale und internationale Nichtregierungsorganisationen;
- Zivilgesellschaftliche Organisationen;
- Privatsektor.
Links
- Bilaterale Beziehungen Schweiz-Armenien
- Bilaterale Beziehungen Schweiz-Georgien
- Das duale Bildungssystem der Schweiz hält Einzug in die Landwirtschaft Georgiens
- Armenien: Die DEZA und das Welternährungsprogramm unterstützen Flüchtlinge
- Wie die Schweiz georgischen Bauernfamilien hilft, den Export von Bio-Haselnüssen zu steigern
- Kompensieren für den Klimaschutz: Chance oder Illusion?
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