Ukraine
Der Krieg Russlands hat nach wie vor verheerende Folgen für die Ukraine, und 10,8 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Als federführende Bundesstelle setzt die DEZA in der Ukraine ihr bisher grösstes Länderprogramm um. Dieses kombiniert humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Unterstützung beim Wiederaufbau im Rahmen eines langfristigen Engagements für die Resilienz und den Wiederaufbau der Ukraine.
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Kontext (Ukraine)
Am 24. Februar 2022 begann Russland den Krieg gegen die Ukraine, der von der UNO als Verstoss gegen das Völkerrecht eingestuft wird und zu einer humanitären Krise in der gesamten Ukraine, insbesondere in den Frontgebieten, geführt hat. Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen und leiden unter der weitgehend zerstörten grundlegenden Infrastruktur. Mehr als 3,7 Millionen Menschen wurden innerhalb der Ukraine vertrieben, und weitere 5,9 Millionen sind ins Ausland geflüchtet. In den unsicheren Frontgebieten herrschen immer noch lebensbedrohliche Zustände, der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen ist behindert und der Wiederaufbau erschwert. Der Krieg belastet die staatlichen Institutionen und lokalen Behörden erheblich. Er hat die Wirtschaft zum Erliegen gebracht und wichtige Wirtschaftszweige geschädigt. Grosse Gebiete sind durch Minen und explosive Kriegsmunitionsrückstände kontaminiert.
Gemäss der Aussenpolitischen Strategie 2024–2027 und der Strategie der internationalen Zusammenarbeit 2025–2028 hat die Schweiz die Unterstützung der Ukraine als strategische Priorität festgelegt. Gestützt auf die langjährige Präsenz der Schweiz in der Ukraine will der Bundesrat zwischen 2025 und 2036 insgesamt 5 Milliarden Franken in den Wiederaufbau der Ukraine zu investieren, davon 1,5 Milliarden Franken in das Länderprogramm Ukraine 2025–2028.
Zahlen und Fakten
- 10,8 Millionen: Personen in der Ukraine, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind
- 3,7 Millionen: Binnenvertriebene
- 588 Mrd. US-Dollar: geschätzte Gesamtkosten für den Wiederaufbau
- 139 000 km²: schätzungsweise 20 % des ukrainischen Staatsgebiets sind durch Sprengkörper (Minen und andere Kriegsmunitionsrückstände) kontaminiert
- 1,5 Mrd. CHF: stellt die Schweiz für das Länderprogramm Ukraine 2025–2028 bereit
- 900 Mio. CHF: IZA-Beitrag der Schweiz an die vom Krieg betroffene Bevölkerung in der Ukraine und Region seit Februar 2022
Länderprogramm Ukraine 2025–2028
Angesichts des anhaltenden humanitären, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Drucks ist die Ukraine sowohl auf Soforthilfe als auch auf einen langfristigen Wiederaufbau angewiesen. Genau darauf zielt das Länderprogramm Ukraine 2025–2028 unter der Leitung von Jacques Gerber, dem Delegierten des Bundesrates für die Ukraine, ab. Das Programm wurde am 12. Februar 2025 verabschiedet und kombiniert humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung. Es legt den strategischen Rahmen für die Unterstützung der Schweiz in der ersten Phase ihres langfristigen Engagements in der Ukraine fest und konzentriert sich auf drei Bereiche:
- Wirtschaftliche Erholung
- Öffentliche Dienstleistungen und Gouvernanz
- Schutz der Zivilbevölkerung und Frieden
Das Länderprogramm ist Teil eines 12-jährigen Unterstützungsprozesses, wobei zwischen 2025 und 2036 insgesamt 5 Milliarden Franken in den Wiederaufbau der Ukraine investiert werden (davon 1,5 Mrd. CHF zwischen 2025 und 2028). Die Umsetzung erfolgt über bilaterale und multilaterale Partnerschaften und in enger Zusammenarbeit mit den ukrainischen Behörden, der Zivilgesellschaft, den Gemeinden und internationalen Organisationen wie der UNO, der Weltbank, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und dem Europarat.
Rolle der DEZA in der Ukraine
Im Rahmen des Länderprogramms nimmt die DEZA in der Ukraine drei komplementäre Rollen wahr: als Geberin, als federführende Umsetzungsstelle und als Fürsprecherin (Anwaltschaft). Als Geberin finanziert und steuert die DEZA ein breites Portfolio von Projekten, die von bilateralen und multilateralen Partnern in den drei Schwerpunktbereichen des Länderprogramms umgesetzt werden. Gleichzeitig führt die DEZA durch den kontinuierlichen Einsatz von Expertinnen und Experten des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) in der Ukraine direkte operationelle Aktivitäten durch, insbesondere in den Bereichen Notfallmassnahmen, Winterhilfe und Wiederherstellung der grundlegenden Infrastruktur. In ihrer Rolle als Fürsprecherin (Anwaltschaft) setzt die DEZA auf politischen Dialog, fördert das humanitäre Völkerrecht und die Rechenschaftspflicht und trägt zur Geberkoordination und zu Reformprozessen bei.
Die DEZA stellt die Kohärenz zwischen Nothilfe, mittelfristigem Wiederaufbau und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit sicher, in enger Partnerschaft mit den ukrainischen Behörden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und internationalen Partnern. Zudem bringt sie die Expertise der Schweiz in den Bereichen Dezentralisierung, digitale Gouvernanz, öffentliche Dienstleistungen, Schutz und Minenräumung ein. Durch ihre ständige Präsenz in Kyjiw und ihren Koordinationsauftrag vor Ort stellt die DEZA sicher, dass das Engagement der Schweiz bedarfsorientiert, konfliktsensitiv und auf die Reform- und Wiederaufbauprioritäten der Ukraine abgestimmt ist.
Schwerpunkt 1: Wirtschaftliche Erholung
Der Krieg beeinträchtigt die ukrainische Wirtschaft schwer: Lieferketten sind zusammengebrochen, Industrieanlagen beschädigt, und in vielen Regionen herrscht akuter Arbeitskräftemangel. Abgestimmt auf die Bedürfnisse der Partner vor Ort fördert die DEZA die Rahmenbedingungen für eine investitionsfreundliche Wirtschaft, die es den lokalen Unternehmen und Gemeinschaften ermöglicht, wieder auf die Beine zu kommen. Sie arbeitet eng mit den Gemeinden zusammen, um Energiesysteme, Versorgungseinrichtungen und städtische Infrastrukturen wiederherzustellen, damit Unternehmen den Betrieb fortsetzen und die Grundlagen für die Wiederaufnahme der lokalen Wirtschaftstätigkeit geschaffen werden können. Durch die Unterstützung von Reformen und höheren Exportstandards hilft die DEZA den ukrainischen Produzenten, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, auch im Hinblick auf eine engere Integration in den EU-Binnenmarkt. Das Know-how des Schweizer Privatsektors ist ebenfalls zu einem immer wichtigeren Pfeiler des Wiederaufbaus geworden: Im Rahmen eines ersten Call for Proposals beteiligt sich die Schweiz mit 93 Millionen Franken an zwölf Projekten von Schweizer Unternehmen – bei einem Gesamtvolumen von über 112 Millionen Franken – für die Lieferung von Waren, Dienstleistungen und technischen Lösungen, die für den Wiederaufbau der Ukraine benötigt werden.
Wichtigste Projekte:
- REMARKET – Wiederaufbau und Empowerment durch Marktzugang und widerstandsfähige wirtschaftliche Transformation in der Ukraine: Das Projekt unterstützt Binnenvertriebene, Rückkehrende sowie Mitglieder der Aufnahmegemeinschaften in der Ukraine, indem es den Marktzugang verbessert und eine nachhaltige wirtschaftliche Integration fördert. Mit einem Beitrag von 2,757 Millionen Franken stellt das Projekt Zuschüsse, Ausbildungsmöglichkeiten und massgeschneiderte Dienstleistungen zur Unternehmensentwicklung für Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen bereit und unterstützt sie bei der Wiederaufnahme bzw. Ausweitung der Geschäftstätigkeit sowie der Anbindung an regionale und europäische Märkte.
- Partnerschaftsfonds für eine resiliente Ukraine 2: Der Partnerschaftsfonds für eine resiliente Ukraine 2 ist eine Multi-Geber-Initiative zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und zur Förderung eines raschen Wiederaufbaus in den kriegsbetroffenen Gemeinden. Das Programm trägt zur Wiederherstellung grundlegender Dienstleistungen bei, unterstützt die lokalen Behörden beim Wiederaufbau und verbessert die Bedingungen für eine inklusive wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Der Beitrag der DEZA ermöglicht eine koordinierte, flexible Unterstützung in den Frontgebieten und trägt zur Stabilisierung der Gemeinschaften und zur Wiederherstellung des Vertrauens in die öffentlichen Institutionen bei.
Schwerpunkt 2: Öffentliche Dienstleistungen
Die öffentlichen Dienstleistungen in der Ukraine stehen unter enormem Druck. In vielen Gemeinden ist der Zugang zu sauberem Wasser, Wärme- und Gesundheitsversorgung, Bildung und Verkehr erschwert. Allerdings sind die Mittel der lokalen und regionalen Behörden zur Aufrechterhaltung der grundlegenden Dienstleistungen begrenzt. Die DEZA hilft dabei, kritische Infrastrukturen zu stabilisieren und instand zu setzen, kommunale und regionale Kapazitäten zu stärken und Reformen für eine transparente, effiziente und bürgernahe öffentliche Verwaltung voranzutreiben. Dazu gehören die kontinuierliche Unterstützung in den Bereichen Dezentralisierung, gute Regierungsführung und Rechtsstaatlichkeit sowie Massnahmen zur Korruptionsbekämpfung und zur Stärkung der Rechenschaftspflicht. Die digitalen öffentlichen Dienste bleiben ein besonderer Schwerpunkt: Die DEZA arbeitet mit ukrainischen Partnern am Ausbau sicherer elektronischer Dienstleistungen und digitaler Hilfsmittel, die es der Bevölkerung ermöglichen, auch bei kriegsbedingten Unterbrechungen und Vertreibungen zuverlässig auf staatliche Dienstleistungen zuzugreifen.
Wichtigste Projekte:
- E-Governance for Accountability and Participation (E-Governance für Rechenschaftspflicht und Partizipation, E-GAP): Das Projekt E-GAP stärkt die digitale Transformation in der Ukraine. Es hilft nationalen und lokalen Behörden dabei, innovative digitale Tools einzuführen, die die öffentlichen Dienstleistungen zugänglicher, transparenter und widerstandsfähiger machen. Das Programm unterstützt das Ministerium für digitale Transformation bei der Entwicklung elektronischer Dienstleistungen für Millionen Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen, verbessert die digitale Verwaltung im öffentlichen Sektor und ermöglicht es lokalen Behörden, auch unter Kriegsbedingungen effiziente, nutzerorientierte Dienste anzubieten. Durch die Konsolidierung digitaler Reformen in allen Schlüsselbereichen trägt E-GAP zum EU-Integrationsprozess der Ukraine und zur Schaffung inklusiverer, widerstandsfähigerer Gemeinschaften bei.
- Direct Humanitarian Actions, Reconstruction of WASH Infrastructure (Direkte humanitäre Massnahmen, Wiederaufbau der WASH-Infrastruktur): Das von der DEZA geleitete Projekt unterstützt die Gemeinschaften in den Frontgebieten bei der Wasser-, Sanitär- und Wärmeversorgung und legt den Grundstein für einen nachhaltigen Wiederaufbau. Es trägt dazu bei, beschädigte Wasser- und Sanitärversorgungen instand zu setzen, unterstützt die Gemeinden mit Reparaturen und technischem Know-how und prüft innovative Lösungen wie energieeffiziente Systeme und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Durch die Kombination aus lebensrettenden WASH-Massnahmen und langfristiger Planung stärkt das Projekt die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften und unterstützt den Wiederaufbau der Ukraine.
Schwerpunkt 3: Schutz und Frieden
Der Schutz der Zivilbevölkerung und die Friedensförderung sind zentrale Elemente des Engagements der Schweiz in der Ukraine. Millionen Menschen sind nach wie vor auf Hilfe angewiesen. In den Frontgebieten sind die Auswirkungen des Krieges immer noch am stärksten zu spüren. Die DEZA erbringt lebensrettende humanitäre Hilfe, stärkt die psychosoziale Unterstützung und die Rehabilitation und arbeitet mit lokalen Organisationen im Bereich Schutz und Sozialhilfe zusammen. Die grossen, durch Minen kontaminierten Gebiete sind eine der grössten langfristigen Herausforderungen für die Ukraine. Die DEZA leistet einen bedeutenden Beitrag zur humanitären Minenräumung, einschliesslich Gefahrenaufklärung, Opferhilfe und Wiederbewirtschaftung von Ackerland. Mit der Verknüpfung von humanitärer Hilfe, Schutzmassnahmen, Minenräumung und Friedensförderung will die DEZA das derzeitige Leid lindern und die Grundlagen für einen gerechten und dauerhaften Frieden stärken.
Wichtigste Projekte:
- Accelerating Land Release and Recovery in Ukraine (Räumung und Wiederaufbau von Land in der Ukraine beschleunigen): Das Projekt unterstützt die Ukraine bei der sicheren und zügigen Räumung von durch Minen und explosive Kriegsmunitionsrückstände kontaminierten Gebieten, um die Zivilbevölkerung zu schützen und einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wiederaufbau zu ermöglichen. Basierend auf der Expertise von APOPO und deren Minensuchhunden stärkt die DEZA den ukrainischen Minenräumverband und fördert die Kapazitäten der Ukraine bei der Leitung und beim Einsatz von tiergestützten Suchteams. Durch die Wiedererschliessung kritischer Gebiete und Infrastrukturen und den Aufbau von Know-how in der Minenräumung in ukrainischen Institutionen trägt das Projekt zu sichereren Gemeinschaften bei und unterstützt den langfristigen Aufbau in stark betroffenen Regionen.
- Trauma Rehabilitation Ukraine (Trauma-Rehabilitation Ukraine, TRUE): Das Projekt TRUE stärkt das ukrainische Rehabilitationssystem, damit es wirksam auf die massive Zunahme von kriegsbedingten Verletzungen und langfristigen Beeinträchtigungen reagieren kann. Das von einem schweizerisch-ukrainischen Konsortium durchgeführte Projekt verbessert die ukrainische Gouvernanz im Bereich Rehabilitation, baut ein funktionierendes Dienstleistungsnetz zwischen Spitälern und Gemeinschaften auf und erweitert die Ausbildungsmöglichkeiten für Rehabilitationsfachleute. Ausserdem unterstützt das Projekt inklusive Massnahmen und Partnerschaften, die Stigmatisierung bekämpfen und die gesellschaftliche und wirtschaftliche Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderungen verbessern. Mit dieser Arbeit leistet TRUE einen Beitrag zur Gesundheitsreform in der Ukraine und stellt sicher, dass der Wiederaufbau der gesamten Bevölkerung zugute kommt.
Ansatz und wichtigste Partner
Das Engagement der DEZA in der Ukraine basiert auf einer engen Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, der Zivilgesellschaft, Schweizer Organisationen und internationalen Partnern. Ein wirksamer Wiederaufbau und langfristige Widerstandsfähigkeit erfordern die Koordination zahlreicher Akteure. Die DEZA kann auf ein breites Netzwerk zurückgreifen, das lokale Eigenverantwortung, Schweizer Fachwissen und multilaterale Reichweite vereint.
Lokale und nationale Partnerschaften in der Ukraine
Die DEZA setzt bei ihrem Ansatz insbesondere auf die Zusammenarbeit mit ukrainischen Partnern. Sie arbeitet direkt mit Gemeinden, regionalen Behörden und öffentlichen Institutionen zusammen, um die Leistungserbringung zu verbessern, die lokale Wirtschaftsentwicklung zu fördern und den Wiederaufbau zu unterstützen. Die Partnerschaften stützen sich auf jahrzehntelange Erfahrung in den Bereichen Dezentralisierung und digitale Gouvernanz und ermöglichen es ukrainischen Städten und Gemeinden, grundlegende Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, den Wiederaufbau zu planen und die Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Lokale zivilgesellschaftliche Organisationen spielen ebenfalls eine zentrale Rolle, insbesondere in den Bereichen Schutz, sozialer Zusammenhalt, humanitäre Hilfe und Minenräumung. So wird sichergestellt, dass die Unterstützung die am stärksten betroffenen Gemeinschaften erreicht und den sich verändernden Bedürfnissen vor Ort Rechnung trägt.
Partnerschaften mit Schweizer NGO und Durchführungspartner
Schweizer NGO und spezialisierte Organisationen bringen langjährige Erfahrung, operationelle Kapazitäten und Innovationen in die Ukraine ein. Sie arbeiten eng mit den lokalen Akteuren zusammen, um humanitäre Hilfe zu leisten, gefährdete Bevölkerungsgruppen zu unterstützen, die öffentlichen Dienstleistungen zu stärken und zur Minenräumung und zum Wiederaufbau beizutragen. Organisationen wie Helvetas, Solidar Suisse, die Schweizerische Stiftung für Minenräumung und APOPO führen Projekte in den Bereichen Berufsbildung, Gemeinwesenentwicklung, digitale Gouvernanz, Stadtplanung und Minenräumung durch. Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen in der Schweiz leisten durch Partnerschaften in den Bereichen Gesundheit, psychische Gesundheit, Rehabilitation und Gouvernanz ebenfalls einen Beitrag, indem sie technisches Know-how einbringen und den Kapazitätsaufbau unterstützen.
Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen
Der grosse Bedarf und die Bedeutung der Geberkoordination erfordern eine multilaterale Zusammenarbeit für den Wiederaufbau der Ukraine. Die DEZA arbeitet mit wichtigen internationalen Organisationen wie der UNO, der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, dem Europarat und der OSZE zusammen. Durch diese Partnerschaften trägt die DEZA zu grossen Infrastrukturprojekten, Reformen, humanitärer Hilfe und dem Schutz der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts bei. Die DEZA unterstützt ausserdem die Ukraine-Fazilität der EU und beteiligt sich an der Ukraine Donor Platform zur Sicherstellung einer kohärenten und transparenten internationalen Unterstützung, die auf die Reform- und Wiederaufbaupläne der Ukraine abgestimmt ist. Die Zusammenarbeit mit dem IKRK ist weiterhin von zentraler Bedeutung für den Schutz der Zivilbevölkerung, die Vermisstensuche und den Zugang zur notleidenden Bevölkerung.
Gemeinsam sorgen diese Partnerschaften dafür, dass die Unterstützung der Schweiz gut koordiniert, lokal verankert und auf die umfassenderen internationalen Ansätze abgestimmt ist, der Ukraine beim Wiederaufbau, bei Reformen und beim Aufbau einer nachhaltigen, demokratischen Zukunft zu helfen.
Ausgangslage und Chronologie
Die Schweiz ist seit den 1990er-Jahren in der Ukraine aktiv und unterstützt Reformen in den Bereichen Gouvernanz, Gesundheit, KMU-Entwicklung und Dezentralisierung. Nach der Annexion der Krim durch Russland und dem Ausbruch des bewaffneten Konflikts in der Ostukraine im Jahr 2014 intensivierte die Schweiz ihr Engagement. Die DEZA weitete ihre Unterstützung für die konfliktbetroffenen Regionen aus und leistete auf beiden Seiten der Kontaktlinie humanitäre Hilfe. Zwischen 2014 und 2021 unterstützte die Schweiz die bilaterale internationale Zusammenarbeit mit 250 Millionen Franken, wovon 41,5 Millionen Franken in die humanitäre Hilfe flossen.
Nach dem Beginn des Krieges Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 erhöhte die Schweiz ihre Unterstützung erheblich und weitete ihr Engagement in den Bereichen humanitäre Hilfe, Schutz, Minenräumung, Wiederaufbau und Diplomatie aus. Zu den wichtigsten Meilensteinen gehören die Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine in Lugano (2022), die hochrangige Konferenz zum Frieden in der Ukraine auf dem Bürgenstock (2024) und die Ukraine Mine Action Conference in Lausanne (2024). Diese Entwicklungen haben die langjährige und sich ständig weiterentwickelnde Partnerschaft der Schweiz mit der Ukraine geprägt und die Prioritäten und die Ausrichtung des aktuellen Länderprogramms beeinflusst.
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